Sarajewo - Vier Monate nach den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat das Parlament der moslemisch-kroatischen Föderation am Montag eine gemäßigte Regierung gewählt. Der Sozialdemokrat Alija Behman, der für die Allianz für den Wandel angetreten war, wurde zum neuen Ministerpräsidenten der Föderation ernannt, wie die Nachrichtenagentur BH Press am Montag berichtete. Für ihn stimmten 76 der 140 Abgeordneten. Im Jänner vergangenen Jahres hatten sich zehn Parteien zur der Allianz zusammengeschlossen, um die Nationalisten aus der Regierung zu drängen. Die Sozialdemokraten bilden die stärkste Partei in dem Bündnis. 38 Abgeordnete der moslemisch-nationalistischen Demokratischen Aktionspartei (SDA) enthielten sich der Stimme, drei Abgeordnete stimmten gegen Behman. 25 Abgeordnete der kroatischen Nationalistenpartei HDZ blieben der Abstimmung fern. Sie hatten in der vergangenen Woche mit der Abspaltung von Bosnien und der Ausrufung eines autonomen Landesteils gedroht. Mit der Vereidigung von 16 Ministern endete die zehnjährige Amtszeit der Nationalisten. Mitte November waren der bosnisch-serbische Präsident, die Vertretungen in den beiden Landesteilen - der moslemisch-kroatischen Föderation und der Serbischen Republik - und das Parlament des bosnischen Gesamtstaates gewählt worden. Bosnien war mit dem Friedensvertrag von Dayton, der den Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 beendete, in zwei Landesteile unterteilt worden. (APA)