In der Jet2Web-Telekom-Austria (TA) soll es mindestens 400 "U-Boote" geben, also Mitarbeiter, die keinem Bereich zuzuordnen sind und von denen nicht klar ist, ob sie noch gebraucht werden. Entstanden dürften diese "U-Boote", deren Existenz von der TA-Sprecher Martin Bredl vehement bestritten wird, im vorherrschenden Umstrukturierungschaos sein: Unklar ist, welche Abteilungen bei der neuen Telekom bleiben sollen und welche ausgetöchtert werden. Wie berichtet, will sich die TA auf ihr Kerngeschäft redimensionieren. Hinzu kommt, dass die tatsächliche Mitarbeiterzahl oft mit den Planposten einer Abteilung nicht übereinstimmt und Mitarbeiter anderswo arbeiten, als sie sollten. Da sich die Abteilungsleiter strikt an ihre Budgets halten müssen, nutzen sie die Konfusion aus, um "administrative" Leute abzuspecken. Die reformierte TA wird ja höchstens nur mehr 10.000 von 14.000 Mitarbeitern beschäftigen. Die Überzähligen will sie freiwillig (mit goldenem Handshake) loswerden, in Tochterfirmen auslagern oder als Arbeitslose in die Stiftung XT abschieben. Beim Abservieren sind die "Sanierer" nicht zimperlich. "Hier werden langjährige Mitarbeiter, die für wenig Geld viel geleistet haben, abgespeist, als wären sie mit einem tödlichen Virus verseucht", schreiben Betroffene in einem dem STANDARD zugespielten Brief. "Zuerst ab ins Schlachthaus XT, bist du dann noch immer nicht gefügig, wirst du endgültig verheizt und zu Mehl verarbeitet, das niemand will." Auch die Gewerkschaft kümmere sich nicht um Menschen, nur die eigenen Schäfchen würden ins Trockene gebracht. In der Praxis läuft es so: Den Mitarbeitern wird per Brief mitgeteilt, dass ihr bisheriger Arbeitsplatz aufgelassen wird und keine neue Verwendung möglich sei. Schon am Tag darauf brauchen sie nicht mehr zum Dienst erscheinen, sondern sollen sich für ein fünftägiges SceeningSeminar bereithalten. (lyn/ ung)