Bern - In den Kantonen Bern und Solothurn haben in der Nacht auf Dienstag starke Regenfälle zu Überschwemmungen geführt. In vielen Ortschaften wurden Straßen und Keller überschwemmt. Überall stand das Militär praktisch die ganze Nacht im Einsatz. Nach den vorliegenden Meldungen wurde bisher niemand verletzt. Die angerichteten Schäden sind zur Zeit noch nicht abzuschätzen. Im Kanton Bern waren besonders das Seeland, die Region Bern und der Oberaargau betroffen. Insbesondere im Amt Aarberg und im Amt Büren floss das Wasser nicht mehr ab. Am stärksten betroffen war Lyss. Der Lyssbach sei über die Ufer getreten, teilte die Gemeinde am späten Abend mit. Ganze Quartiere seien überschwemmt. Im Dorfkern stand den Angaben zufolge das Wasser kniehoch. In weiten Teilen von Lyss fiel der Strom aus. Prioritätenliste Während der Nacht standen in Lyss über 100 Personen im Einsatz. In der Nacht wurde der Versuch, Keller auszupumpen vorübergehend aufgegeben. So lange immer mehr Wasser nachgeflossen sei, habe dies keinen Sinn gehabt, sagte Martin Keller vom Lysser Gemeindeführungsstab Dienstag früh auf Anfrage. Am frühen Morgen machten sich Armeeangehörige daran, eine überflutete Unterführung an der Hauptverkehrsachse in Lyss leerzupumpen. Der Krisenstab werde nun eine Prioritätenliste aufstellen, sagte Feller weiter. Er appellierte an die Lysser Bevölkerung, Geduld zu haben. Nicht jeder Keller könne heute noch ausgepumpt werden. Auch im Kanton Solothurn kam es nach sintflutartigen Regenfällen zu Überschwemmungen. Straßen, Gärten, Keller und Garagen wurden überflutet. Betroffen war die ganze Jurasüdseite, von Grenchen bis Schönenwerd, wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilte. Auch das Wasseramt und das Schwarzbubenland blieben von den Wassermassen nicht verschont. Alle verfügbaren Wehrdienste standen praktisch die ganze Nacht im Einsatz. Am frühen Morgen habe sich die Situation allmählich beruhigt. (APA/sda)