Kuwait - Der Leiter der kuwaitischen Marionettenregierung unter irakischer Besatzung ist auch in letzter Instanz wegen Hochverrats schuldig gesprochen worden - das Todesurteil wurde aber am Dienstag in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Der ehemalige Leutnant Alaa Hussein wurde 1993 in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der Angeklagte machte vergeblich geltend, dass er vom Irak zur Bildung einer Regierung gezwungen worden sei. Der Spruch des Richters Abdullah el Issa sorgte zunächst für Verwirrung, weil er von den Anwälten als Bestätigung der Todesstrafe gedeutet wurde. Dann stellte der Richter aber klar, dass die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt werde. Husseins Anwalt Nawwaf el Mutairi zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. "Wir sind sehr froh. Wir haben es geschafft, die Schlinge um Alaa Husseins Hals zu entfernen." Todesurteile werden in Kuwait durch den Strang vollstreckt. Alaa Hussein kehrte erst Anfang vergangenen Jahres nach Kuwait zurück. Zuvor hatte er sich mit seiner Familie in Irak, der Türkei und Norwegen aufgehalten. Als Grund für seine Rückkehr gab er an, dass er seine Unschuld beweisen wolle. Das Todesurteil wurde jedoch im Mai vergangenen Jahres erneuert und drei Monate später von einem Berufungsgericht bestätigt. Die irakischen Besetzer hatten Hussein aus mehreren hundert Kuwaitern ausgewählt, die am ersten Tag der Invasion im August 1990 als Kriegsgefangene festgesetzt wurden. Auch andere Mitglieder der vom Irak eingesetzten "Interimsregierung" waren Kriegsgefangene. (APA/AP)