Mit dem Verhältnis zwischen dem Verband Österreichischer Zeitungen und ORF ist es derzeit nicht zum Besten bestellt. Nicht zuletzt das vom VÖZ in Auftrag gegebene Gutachten von Wolf-Dieter Ring, das im ORF als "Streitschrift" bezeichnet wird, hat zu Unstimmigkeiten zwischen ORF und Zeitungen geführt. Am Abkommen mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) will ORF-Generalintendant Gerhard Weis aber aus strategischen Überlegungen festhalten. An Kooperation festhalten "Grundsätzlich wollen wir die Kooperation mit dem VÖZ nicht in Frage stellen", so Weis dazu. "Aber es sind sicher eine Reihe von offenen Fragen zu klären". Im 1999 geschlossenen Abkommen von ORF und VÖZ sei unter anderem eine Deckelung der Sonderwerbeformen vorgesehen und der Klagsweg ausgeschlossen worden. "Und jetzt gilt beides nicht." (Die zur Styria Medien AG gehörende "Kleine Zeitung" hat zu Jahresbeginn eine Klage gegen den ORF eingereicht, Anm.) Dem ORF sei aber viel an einer Konzentration aller Kräfte für eine eigenständige österreichische Medienszene gelegen. "Würden wir jetzt den Vertrag mit dem VÖZ kündigen, dann würden wir aber diese Brücken abbrechen. Das würde ich aus strategischen Gründen für grundfalsch halten." Machtdreieck Ein "Machtdreieck" zwischen "ORF", News-Gruppe und "Kronen Zeitung", wie es von Kritikern in den vergangenen Monaten postuliert wurde, hält Weis "für besonders lächerlich". "Wir haben weder mit der 'Kronen Zeitung' noch mit den Fellner-Medien andere Deals, als wir sie mit anderen auch immer wieder haben." (APA)