Beraterfirma wird Grazer Bühnen durchleuchten Theaterausschuss beschließt Spielplan - Rückzug zweier VP-Mitglieder zurückhaltend kommentiert Graz - Die Grazer Bühnen werden von einer Beraterfirma durchleuchtet werden, erklärte am Mittwoch der Grazer Bürgermeister Alfred Stingl (S) nach der Sitzung des Theaterausschusses. Der gesamte Betrieb werde geprüft werden. Was die politischen Turbulenzen betrifft - der steirische VP-Kulturreferent Gerhard Hirschmann hatte jüngst massive Kritik geübt - gab sich Stingl zurückhaltend: "In einer relativ aufgeregten Zeit rund um das Theater ist es am wichtigsten, dass die Spielpläne stehen". Stingl sagte, dass der Auftrag wahrscheinlich an die Beraterfirma Infora ergehen werde. Die genaue Definition des Auftrages müsste allerdings erst erarbeitet werden, ergänzte "herbst"-Präsident Kurt Jungwirth. Dass die Bühnen seine grundsätzliche Unterstützung hätten, machte Bürgermeister Stingl ebenfalls deutlich "Wir haben Perspektiven in Richtung 2003 zu erfüllen", so Stingls Befund in Richtung "Graz - Kulturstadt 2003". Ausdrücklich deponierte er seine Präferenz für die Aufrechterhaltung des Allspartentheaters. Was die mit Spannung erwartete Ankündigung der beiden VP-Stadträte Helmut Strobl (Kultur) und Siegfried Nagl (Finanzen) betrifft, aus dem zehnköpfigen Theaterausschuss austreten zu wollen, bestätigte Stingl, die beiden Grazer Politiker "hätten zum Ausdruck gebracht", dass sie den Theaterausschuss verlassen wollten. Stingl ließ allerdings durchblicken, dass er dies nicht für gut befinde, da "die verschiedenen Künste eine politische Lobby haben müssten". "herbst"-Präsident Kurt Jungwirth, sagte zu den verschiedenen Polemiken, ob Politiker überhaupt in einem Gremium wie dem Theaterausschuss vertreten sein sollten, ein Rückzug aus der Politik sei "in manchen Bereichen wichtig, aber nicht überall". Der Theaterausschuss hat nach Beratung den Spielplan für die kommende Saison genehmigt. (APA)