Washington - Die Gouverneure von vier kolumbianischen Provinzen haben am Dienstag in Washington drastische Änderungen bei der Drogenbekämpfungspolitik in ihrem Land gefordert. Das von den USA unterstützte Vorgehen der kolumbianischen Regierung habe zu einer Eskalation der Gewalt sowie zu Umweltschäden geführt und Landbewohner regelrecht entwurzelt, erklärten sie. Der Gouverneur der Provinz Putumayo, Ivan Gerardo Guerrero, sagte, auf der Hälfte der mit einem Herbizid besprühten 30.000 Hektar Land würden Grundnahrungsmittel angebaut. Das US-Außenministerium hatte das Antidrogenprogramm am Montag verteidigt. Das in Kolumbien gegen die Kokapflanzen versprühte Entlaubungsmittel sei sicher und effektiv. Außenamtsvertreter William Brownfield erklärte, zwar seien möglicherweise auch legale Feldfrüchte von dem chemischen Mittel zerstört worden. Diese könnten aber mit Kokapflanzen durchsetzt gewesen sein. Bauern, die legale und illegale Pflanzen im selben Gebiet anbauten "tun das, um die illegalen zu schützen", sagte Brownfield. Guerrero wies diesen Vorwurf am Dienstag zurück. "Das ist nicht der Fall", sagte er. Guerrero forderte einen Sozialpakt, der es Koka-Bauern ermöglichen würde, mit Hilfe der Regierung alternative Früchte anzubauen und zu vermarkten. Die Gouverneure - neben Guerrero die Regierungschefs der Provinzen Tolima, Cauca und Narino - kritisierten ferner, dass das eingesetzte Herbizid schädlich für Menschen und Tiere sei. Die USA unterstützen die Drogenbekämpfung in Kolumbien unter anderem mit hoch entwickelten Hubschraubern.(APA/AP)