Wien - Der Kunst-Rückgabebeirat hat in seiner Sitzung am Mittwoch empfohlen, ein in zwei Teile zerlegtes spätmittelalterliches Altarflügelbild des sogenannten Meisters der Veitslegende aus der Österreichischen Galerie an die Erben nach Friedrich Spiegler zurückzugeben. Weiters wurde Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) vom Beirat empfohlen, zwei chinesische Sung-Begräbnis-Vasen sowie einen Blumenhängetopf aus der Ming-Zeit aus dem Museum für Völkerkunde an die Erben nach Julius Kien zurückzugeben. Das von der Gestapo beschlagnahmte Altarflügelbild kam nach Angaben des Vorsitzenden des Beirats, Rudolf Wran, Sektionschef im Bildungsministerium, zuerst ins Kunsthistorische Museum und erst 1953 in die Österreichische Galerie. Es habe sich dabei um eine "nichtige Rechtshandlung" gehandelt, begründet Wran die Rückgabe-Empfehlung. Bei den chinesischen Kunstgegenständen habe der damalige Direktor des Völkerkundemuseums zuerst eine Ausfuhrsperre über die Vasen verhängt, dann wurden sie vom Museum gekauft - "ein Kauf unter dem Druck der Verhältnisse und darum ein nichtiges Geschäft", so Wran. Die Rückgabe der Sammlung Michael Berolzheimer hat der Beirat noch nicht empfohlen, "da in diesem Fall noch weitere Recherchen der Provenienzforschungskommission erforderlich" seien. Aus der "anspruchsvollen" Sammlung Berolzheimer sind laut Wran 27 Graphiken, darunter sechs von Moritz von Schwind, in der Albertina. Die Werke seien in München versteigert worden. Geklärt werden müsse nun, ob die Versteigerung unter dem Druck der Verhältnisse erfolgt sei. Außerdem vermute man, dass sich die Rückstellungskommission in der unmittelbaren Nachkriegszeit damit befasst habe, Dokumente darüber seien bisher aber noch nicht gefunden worden. (APA)