Washington - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat der Kosovo-Schutztruppe KFOR "direkte Zusammenarbeit" mit albanischen Rebellen in Südserbien vorgeworfen. Die KFOR habe den albanischen "Terrorismus" erst möglich gemacht und in einem gewissen Maß auch unterstützt, sagte Kostunica in einem Interview mit der US-Tageszeitung "USA Today" am Mittwoch. KFOR-Hubschrauber seien augenscheinlich zur logistischen Unterstützung der "Terroristen" eingesetzt worden. Mehrere KFOR-Einheiten hätten direkt mit den albanischen Rebellen zusammengearbeitet. Ein NATO-Sprecher in Brüssel wies die Anschuldigungen als "schlichtweg falsch" zurück. Ob sein Vorgänger Slobodan Milosevic bis Ende März festgenommen wird, ließ Kostunica offen. Die USA hatten ihre finanzielle Unterstützung für Jugoslawien unter anderem davon abhängig gemacht, dass Milosevic vor dem 31. März in Haft genommen wird. Viele der Bedingungen der USA seien schon erfüllt, betonte Kostunica. Es sei "schwierig, mehr zu erwarten". Gleichzeitig kündigte er die Entsendung einer jugoslawischen Delegation zum UNO-Tribunal nach Den Haag an, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. Mit vier weiteren Beschuldigten ist Milosevic dort wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. (APA)