Egal, ob Dschungellodge, Almhütte oder Cityhotel - Urlauber möchten sich reinen Gewissens erholen, an der Schädigung der Umwelt will niemand schuld sein. Was aber - und darin liegt häufig die Schwierigkeit - den Genuss der Reise in keiner Weise beeinträchtigen darf.

So der nicht ganz neue Trend, der neuerlich auf der ITB, der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, Anfang März bestätigt wurde. Genauso wie andere Entwicklungen im Tourismus in den vergangenen Jahren: Immer mehr Menschen wollen möglichst luxuriös in die Natur fürs Abenteuer oder in die Weltstadt zwecks Kultur reisen und das mehrmals pro Jahr. Aber eben umweltverträglich. Und deswegen investieren immer mehr Hotels in ökologische Bauverfahren, zeichnen Reiseveranstalter engagierte Hotels aus und promoten sogar Länder wie Spanien, denen Umweltschutz lange egal wahr, "Grüne Gemeinden".

Diesen Trend hat Österreich schon lange erkannt, seit 1996 gibt es Namen und Konzept dazu: "Das ,Österreichische Umweltzeichen für Tourismusbetriebe' zeichnet Tourismusbetriebe für ihre besonderen Bemühungen in den Bereichen umweltfreundliches Management und sozialer Verantwortung aus", so die dazugehörige Website.

Genau, um diesen trist klingenden Öko-Jargon zu vermeiden, und auch Leute anzusprechen, die bei "Umweltgütesiegel" voller Unbehagen an Wirte in Jesusschlapfen an der Getreidemühle denken, wurde in Deutschland eine neue Marke erfunden und auf der ITB präsentiert. "Viabono" heißt dieser Umwelt-Dachverband, der sich in den nächsten Jahren zur trendigen Marke entwickeln soll. Darunter versammeln sich engagierte Betriebe - vom Campingplatz bis zum 5-Sterne-Hotel -, die strenge Auflagen bei Energieverbrauch, Architektur, aber auch Wohlbefinden der Gäste etc. erfüllen. "Wir wollen Lebensfreude und nicht Öko-Lustfeindlichkeit vermitteln", erklärt Andrea Schmölzer, Sprecherin von Viabono. Unterstützt wird die Aktion sowohl von den Ministerien für Umwelt und Wirtschaft, als auch von Institutionen wie dem ADAC oder der Deutschen Zentrale für Tourismus. Jetzt laufen die Werbeaktionen für Partner, ab Juli werden die ersten Dienstleistungen auf der Website zu finden sein, Endverbraucher sollen diese grünen Genuss-Angebote ab 2002 nutzen können.

Der Unterschied zu Österreich besteht dabei weniger in der Qualität als in der Vermarktung. Hier wird ein bemüht klingendes Gütesiegel verliehen, dort soll es künftig einen hippen Anbieter geben, der alle Annehmlichkeiten und neueste Umweltstandards miteinander verbindet. Da wundert es auch nicht, wenn "Viabono"-Sprecherin Schmölzer bei ihren hochfliegenden Zukunftsplänen über Österreich als "ein sehr interessantes Land für künftige Expansion" schwärmt. lugs []

Infos: www.umweltzeichen.at, www.viabono.de