Bild nicht mehr verfügbar.

Foto:APA/Oliver Soulas
Brüssel - Die Veterinärexperten der EU-Staaten sehen vorläufig keinen Nutzen in flächendeckenden Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS). Die große Diskussion darüber fand vor einer Woche statt, diesen Dienstag, nach Bekanntwerden des ersten Seuchenfalls in Frankreich, wurden Impfungen im "Ständigen Veterinärausschuss" kaum angesprochen. Auch der Vertreter Österreichs brachte die Frage nicht auf. Tötung ist effizienter Solange noch alle auftretenden Seuchenfälle mit einander verbunden sind, sei ein "Tötungsprogramm" für alle Tiere im Umfeld des kranken Tieres das effizienteste Mittel zur Eindämmung der Seuche, meinen die Veterinäre. Bisher seien alle Fälle in Europa eindeutig mit einander verbunden. Gründe gegen eine Impfung Die Veterinäre haben sich vor einer Woche die Gründe, die gegen Impfungen sprechen, zusammengefasst. Dazu gehörte, dass bisher vor allem Schafe betroffen waren, die den Virus kaum ausscheiden. Deshalb werde er auch nicht so leicht vom Wind vertragen. Die Erkrankungen seien großteils vor den Maßnahmen gegen die Seuche geschehen. Es gebe eine große Chance, die Übertragung nur auf Tiere zu beschränken, die unmittelbar mit kranken Tieren in Kontakt kamen. Damals war auch noch kein Fall außerhalb Großbritanniens aufgetreten. 13 verschiedene Erreger Neben medizinischen Gründen sprechen wirtschaftliche Erwägungen massiv gegen ein flächendeckendes Impfprogramm. So gibt es 13 verschiedene Arten des MKS-Überträgers. Grundsätzlich müssten einige hundert Millionen Tiere gegen alle diese Erreger geimpft werden. Aber selbst wenn man sich auf die inzwischen identifizierte akute Form beschränkt, wäre es ein enormer Aufwand. Außerdem kann ein Impfprogramm nicht nach vierzehn Tagen wieder abgesetzt werden. "Status MKS-freies Gebiet" Durch das Impfprogramm würde die EU auch ihren internationalen Status als MKS-freies Gebiet verlieren. Dann würden Partnerländer, die selber nicht gegen MKS impfen, kein Fleisch aus der EU mehr kaufen. Der Grund dafür liegt darin, dass in Tests geimpfte Tiere nicht von kranken zu unterscheiden sind, da beide Antikörper bilden. Auch die EU hält sich derzeit an diese Politik, aus Ländern mit MKS-Impfungen kein Fleisch zu importieren. Was das wirtschaftlich bedeuten würde, darüber will man in der EU-Kommission nicht spekulieren. Denn es hängt nicht nur davon ab, ob die großen Fleischimporteure Russland und Ägypten ihre Einfuhren stoppen, sondern auch, ob eine solche Maßnahme auf die gesamte EU oder nur auf von MKS betroffene Länder angewendet wird. Rechtlich ist klar, dass Impfungen von den Veterinären der Mitgliedsländer gemeinsam beschlossen werden müssten. Ein nationaler Alleingang ist nicht zulässig, betont man in der EU-Kommission. (APA)