Wien - Die Private Banking-Strategie der Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe (BA/CA-Gruppe) habe das klare Ziel, "das Potenzial in diesem Wachstumsmarkt voll auszuschöpfen", sagte Jürgen Danzmayr, seit 1. Jänner Mitglied des Vorstandes der Creditanstalt (CA), am Donnerstag in Wien. Derzeit betreuen die zwei seit kurzem als CA-Töchter agierenden aber unterschiedlich positionierten Private Banking-Einheiten der Gruppe, die SKWB Schoellerbank und die BankPrivat, ein Vermögen von über 100 Mrd. S (7,27 Mrd. Euro). Das Depotvolumen in der Vermögensverwaltung der SKWB Schoellerbank hat sich per Jahresende 2000 auf 76 Mrd. S belaufen, sagte der Vorstandsvorsitzende der SKWB Schoellerbank, Michael Graf von Medem. Trotz der Börseturbulenzen sei es um 25 Prozent gestiegen. Die Zahl der Kunden habe im Vorjahr um 12 Prozent zugenommen und es sei ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 343 Mill. S erzielt worden. Zahl der Kunden um 10,7 Prozent gestiegen Dieser Trend setze sich auch im laufenden Jahr fort. Seit Jahresanfang sei das Depotvolumen um 5,4 Prozent und die Zahl der Kunden um 10,7 Prozent gestiegen. Insgesamt betreut die SKWB Schoellerbank in der Vermögensverwaltung 5.400 Kunden. Graf von Medem geht davon aus, dass die Implementierung in den Konzern bis Ende 2001 abgeschlossen sein wird. Derzeit müsse man noch für 140 Mitarbeiter "Lösungen" finden. Die BankPrivat, in der seit Mai 2000 die vermögenden Privatkunden der Bank Austria und Creditanstalt vereint sind, betreute per Jahresende 2000 ein Volumen von 43 Mrd. S, es stieg damit um 16 Prozent. Die Zahl der Kunden konnte um 10 Prozent auf 4.600 erhöht, werden sagte BankPrivat-Vorstandsmitglied Ruth Iwonski-Bozo. Das im ersten Rumpfgeschäftsjahr erzielte Ergebnis liegt laut Iwonski-Bozo "über dem Marktschnitt".

Zur Private Banking-Zielgruppe zählt die BA/CA-Gruppe in Österreich 28.000 Personen mit einem Vermögen von mehr als 1 Mill. Euro (13,76 Mill. S) und 150.000 Menschen, die mehr als 70.000 Euro besitzen. Der Privatbanking-Markt in Österreich umfasse laut eine aktuellen Marktstudie derzeit ein Volumen von rund 30 Mrd. S und wachse jährlich um mehr als 10 Prozent, heißt es.

Die SKWB Schoellerbank, die weiter als eigenständige Vollbank operiert, wird sich in Zukunft auf ihre Kernkompetenz Vermögensanlage, Vermögensverwaltung und Vorsorge konzentrieren. Alle anderen Bereich, wie insbesondere Finanzierungsgeschäfte, werden in die CA übergeleitet. Zur deutlich breiteren Zielgruppe zählen Privatkunden ab 70.000 Euro zu veranlagendem Vermögen sowie Firmenkunden und institutionelle Anleger ab einem Anlagevolumen von 1 Mill. Euro, führte Danzmayr aus. (APA)