Paris - Ein unabhängiges Montenegro könnte nach Ansicht seines Präsidenten Milo Djukanovic den Balkan stabilisieren. "Die internationale Gemeinschaft fürchtet, dass unsere Unabhängigkeit den Balkan destabilisieren würde", sagte Djukanovic in einem Interview für die konservative Pariser Tageszeitung "Le Figaro" (Freitag-Ausgabe). "Ich bin im Gegenteil der Überzeugung, dass sie die Beziehungen zu Serbien bereinigen würde." "Wir wären zwei unabhängige, konföderierte Staaten, mit einigen gemeinsamen Institutionen, einer konvertiblen Währung und einer Armee", meinte Djukanovic. Montenegro habe versucht, gute Beziehungen zu Serbien zu entwickeln, es habe sich aber als unmöglich erwiesen. Das Europäische Parlament in Straßburg hat am Donnerstag die politisch Verantwortlichen in Montenegro ermahnt, das ohnehin fragile Gleichgewicht in der Region nicht noch zusätzlich zu gefährden. Volksabstimmung über Trennung von Serbien Montenegro will in einer Volksabstimmung über die Trennung von Serbien entscheiden. Die vorgezogenen Parlamentswahlen am 22. April gelten als Test für eine mögliche Unabhängigkeit. Die Wahlen waren nach dem Zerfall der regierenden Koalition notwendig geworden. Ende vergangenen Jahres hatte die Volkspartei (NS) die Koalition verlassen, weil sie mit Unabhängigkeitsplattform von Djukanovic nicht einverstanden war. (APA/dpa)