Der weltweit führende PC-Hersteller Compaq hat angekündigt im ersten Quartal wahrscheinlich die Gewinnerwartungen zu verfehlen und zugleich einen umfangreichen Stellenabbau im Unternehmen in Aussicht gestellt. Aufgrund der sich abkühlenden US-Konjunktur und des Preiskampfs auf dem Computermarkt erwarte Compaq nunmehr für den ersten Dreimonatsabschnitt einen Gewinn je Aktie von zwölf bis 14 Cents, der damit praktisch auf Vorjahresniveau liege, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss im texanischen Houston mit. Analysten waren nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zuletzt von einem Gewinn je Aktie von 18 Cents ausgegangen. Preisgebung bei Servern sei extrem aggressiv und liege niedriger als erwartet Die Preisgebung bei Servern sei extrem aggressiv und liege niedriger als Compaq erwartet habe, sagte Konzernchef Michael Capellas in einem Interview mit Reuters. "Und dies an allen Fronten, so dass wir eine Vielzahl von Wettbewerbern sehen, die sehr sehr aggressiv vorgehen", sagte der Compaq-Chef. Den weiteren Angaben zufolge erwartet Compaq nunmehr für das erste Quartal einen Umsatz von 9,0 bis 9,2 Milliarden Dollar. Dies kommt einem Rückgang von vier Prozent im Vergleich zum Anfangsquartal des Vorjahres gleich. Analysten hatten nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zuletzt einen Erstquartalsumsatz von 9,6 Milliarden Dollar prognostiziert. Nach Einschätzung von Branchenexperten sei das Überschwappen niedriger Preise vom PC- auf den Servermarkt eine schlechte Nachricht für die gesamte Computerbranche. Es gebe nur fünf Mitspieler im Markt - Compaq, Dell, HP, IBM und Gateway - die bei PCs alle aggressiv Preise setzten und die nun nach etwas anderem wie Servern Ausschau hielten, um so ihre Gewinnspannen zu erhöhen, sagte Brett Miller, Analyst bei A.G. Edwards & Sons. 5000 Stellen sollen gestrichen werden Insgesamt 5000 Stellen will Compaq nach eigenen Angaben im Konzern streichen. Dies entspreche rund sieben Prozent der Mitarbeiterschaft. Durch den Stellenabbau rechne das Unternehmen mit Einsparungen von 500 bis 600 Millionen Dollar jährlich bei den Betriebskosten. Zuvor hatten bereits der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems und der Handyproduzent Motorola die Streichung von Arbeitsplätzen angekündigt. Compaq rechnet überdies bei den Gewinnspannen mit einer weiteren Verschlechterung. "Es wird Druck auf die Bruttogewinnspannen geben", sagte Capellas in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Compaq habe sich das Ziel gesetzt, bei den Ausgaben aggressiv zu handeln, um den Margendruck auszugleichen. Er erwarte aber einige der Schwierigkeiten, die Compaq auf den US-Märkten sehe, auch in anderen Regionen der Welt. Zwar stelle der PC- Produzent bislang in Europa noch keinen Rückgang der Aufträge und Aktivitäten fest. Auch in Japan sei der High- End-Bereich weiterhin stabil. "Wir glauben jedoch, wenn man konservativ ist, dass sich einiges von der Schwäche, die wir in den USA sehen, auch nach Europa ausdehnen wird," sagte Capellas. Zudem teilte der PC-Hersteller mit, künftig seine Sparten Comsumer PC und Commercial PC in einem Geschäftsbereich zusammenzuführen. Für das erste Quartal rechnet Compaq nach eigenen Angaben mit Restrukturierungskosten von 125 bis 150 Millionen Dollar. (Reuters)