Athens/USA - Die Unkrautflora alter Kulturlandschaften hat möglicherweise einen höheren pharmazeutischen Wert als die Flora des tropischen Regenwaldes. Zu diesem Schluss kommen ForscherInnen der Universität von Georgia, die den heute noch genutzten Medizinalpflanzen der Maya-Nachkommen im mexikanischen Hochland nachspürten. Laut John Stepp, Anthropologe an der Universität Georgia, gibt es über 2.500 Pflanzen, die von den UreinwohnerInnen zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Die meisten davon seien einfach am Straßenrand zu finden, so ein Bericht des Journal of Ethnopharmacology. Bisher galt der Regenwald als wichtigste Quelle pflanzlicher Arzneimittel. Tatsächlich stammen auch 39 der 95 häufig für Arzneimittel verwendeten Pflanzen aus dem tropischen Regenwald. Durch die Studie wird die bestehende Theorie auf den Kopf gestellt, denn die Nachkommen der Maya nutzen fast ausschließlich die Flora in den besiedelten Gebieten, auch wenn natürliche Wälder in der Nähe vorhanden sind. (pte)