Das Unternehmenskomitee der kommunistischen französischen Tageszeitung "L'Humanite" hat laut Medienberichten vom Freitag einen Sozialplan genehmigt, der einen Personalabbau im Ausmaß von 80 Posten und eine anderweitige Verwendung von 76 Angestellten vorsieht. Im Rahmen des Postenabbaus sind 60 direkte Entlassungen geplant. Zwanzig Personen sollen die Altersrente antreten. Die durch eine tiefgreifende Finanzkrise in ihrem Überleben bedrohte PCF-Zeitung beschäftigt derzeit 245 Angestellte. Ein Ende Jänner vorgestellter Entwurf des Sozialplans war den ganzen Februar lang diskutiert worden. Die Vertreter der Belegschaft beauftragten ein Wirtschaftsberatungsbüro insbesondere mit einer Expertise über die Finanzlage und Verwaltung der "Humanite". Die Tageszeitung, dessen Auflage 45.000 Exemplare erreicht, verzeichnete 2000 mehr als 50 Mill. Franc (7,6 Mill. Euro/105 Mill. S) Verluste, nachdem es im Jahr zuvor 29 Mill. Franc gewesen waren. Weitere Kapitalöffnung ist geplant Eine Subskription bei den Lesern zur Rettung des traditionsreichen Kommunistenblattes hat nach Angaben der Direktion bereits 8 Mill. Franc (1,2 Mill. Euro/18,8 Mill. S) eingebracht. Geplant ist weiters eine Kapitalöffnung der Tageszeitung, die sich bisher zu 100 Prozent in den Händen der PCF befand. In die neue Gesellschaft "Humanite Investissements Pluralisme" sollen externe Investoren aufgenommen werden. Unter den interessierten Kandidaten werden unter anderen die Mediengruppe Lagardere, sowie der privat-rechtliche TV-Sender TF1 (Gruppe Bouygues) genannt. Am Ende der Kapital-Umgestaltung soll die Lesergesellschaft 10 Prozent des Kapitals inne haben, das Personal 15 Prozent, die "Societe des amis de L'Humanite" 10 Prozent und "Humanite Investissements Pluralisme" 20 Prozent. Das Restkapital wird in den Händen der PCF verbleiben. (APA)