Genf/New York - Die United Nations Stiftung, die 1997 von CNN-Chef Ted Turner gegründet wurde, hat ihre bisher größte Überweisung angekündigt: Zehn Mio. Dollar werden an die Allianz von privaten, akademischen und zwischenstaatlichen Gruppen, dem International Coral Reef Action Network , übergeben. Das berichtet die New York Times in ihrer jüngsten Ausgabe. Morgen, Freitag, soll über die Übergabe entschieden werden, die noch vom UN Stiftungsrat genehmigt werden muss. 1997 hat Turner versprochen eine Mrd. Dollar im Zeitraum von zehn Jahren für Projekte der UNO-Agenturen zu spenden. Das Aktionsprogramm für den Schutz der Korallenriffe soll noch in diesem Jahr beginnen und bis 2005 fortgesetzt werden. Mitglieder des International Coral Reef Action Network sollen darüber hinaus noch weitere vier Mio. Dollar zubringen. Umweltschützer warnen davor, dass die Korallenriffe weltweit zu den gefährdetsten Lebensräumen der Erde zählen. "60 Prozent aller Riffe sind durch menschliche Aktivitäten bedroht", so Lauretta Burke, Expertin für Ökosysteme an Küsten am World Resources Institute in Washington. Neben der Umweltverschmutzung durch Öl, Chemikalien und Abwässer sind auch Überfischung, Dynamit-Fischen und Sedimente aus Flüssen die Hauptursachen für die Zerstörung. "Sedimente sind ein häufig unterschätzter Faktor. Viele Riffe werden einfach unter Ablagerungen begraben, dadurch trifft das nötige Sonnenlicht nicht mehr auf die Korallen", so Burke. Trotzdem schätzt die Spezialistin des international vielbeachteten Instituts die Schäden durch Überfischung als größtes Problem ein. "Insbesondere Korallenriffe in Südostasien, die sehr artenreich sind, sind dadurch in Gefahr." "In vielen Staaten der Erde wird heute noch mit Dynamit gefischt, dazu kommt noch der steigende Tourismus. Politische Unruhen und Korruption wie zum Beispiel in Indonesien oder den Philippinen verhindern effektive Schutzprogramme", so die Expertin. Auch der heftige El-Nino von 1997 und 1998 hat viele Korallenriffe schwer geschädigt. Die ersten Aktionen plant die Organisation in der Karibik und an der Ostküste Afrikas. (pte)