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Foto: apa/gepa
Brüssel - Die Zustimmung der Österreicher zur Osterweiterung, dem herausragenden Projekt der EU für die kommenden Jahre, ist seit 1998 deutlich gestiegen. Hatten sich im Herbst 1998 noch 55 Prozent laut Erhebungen des Meinungsforschungsinstituts Fessel-GfK gegen die Aufnahme der zehn neuen Länder in die EU ausgesprochen, waren in diesem März 51 Prozent der Befragten dafür, im Februar waren es sogar 53 Prozent. Peter Ulram, der jeweils 500 Telefoninterviews hatte durchführen lassen, führte diesen Schwenk bei der Vorstellung der Erhebungen am Freitag in Brüssel auf mehrere Gründe zurück. Zum einen dürften sich die Österreicher "in das Unausweichliche" gefügt haben, nach dem Motto: Die Erweiterung kommt ohnehin. Zum anderen fühlten sich viele über diese aus ihrer Sicht "außenpolitische Frage" nicht genügend informiert. Wichtiger noch: Im Gegensatz zu 1998 laufen derzeit keine massive Kampagnen von Politikern, Boulevardpresse oder Gewerkschaften gegen die Erweiterung. Die schärfste Gegnerin des Projekts, die FPÖ, dämpfte ihren Ton, als sie Anfang 2000 Regierungspartner wurde. Damit sei auch ein Teil der FPÖ-Wählerschaft seit vergangenem Frühjahr weniger negativ gegenüber der Erweiterung eingestellt, so Ulram. Grüne und ÖVP treten klar für das Projekt ein, die SPÖ ist gespalten. War das Meinungsbild in Österreich zu Vor- und Nachteilen der Osterweiterung Ende 1998 noch ausgesprochen negativ, so erwarten jetzt 51 Prozent der Österreicher mehr Vorteile, und "nur" 48 Prozent mehr Nachteile. Die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung werden zunehmend positiv beurteilt. Männer, junge Leute und höher Gebildete sind in der Regel dem Projekt gegenüber positiver eingestellt, als Frauen und Arbeitnehmer in niedrigeren Einkommensklassen und mit schlechterer Ausbildung. (APA)