Wien - Finanzminister Karl- Heinz Grasser zieht nun bei den Plänen seiner Ministerkollegen Molterer und Haupt für eine neue, ausgegliederte "Lebensmittelagentur" die Bremse. Die geforderten Bundesbudgetmittel in Höhe von Jährlich 853 Mio. S (62,28 Millionen Euro) sind ihm "einfach zu viel".Konsumentenschützer wollen keine inhaltliche "Kraut-und-Rüben-Agentur" Während Grasser mit seinem Njet nun die Installierung der neuen BundesGmbH mindestens bis zum neuen Budgetausschuss im Parlament verzögert, möchten Konsumentenschützer aller Couleur von ihr eigentlich überhaupt nichts wissen. Die Kritik: Durch die inhaltliche Mixtur - Lebensmittel- und veterinärmedizinische Kontrolle zusammen mit Pflanzenschutz und Saatgut - entstehe eine "Kraut-und-Rüben-Agentur". Nur Agentur frei von Einflüssen der Wirtschaft ist sindvoll Wie Harald Glatz, Leiter der Konsumentenpolitik in der Arbeiterkammer (AK), moniert, könnte es nur dann zu einer echte Verbesserung der Lebensmittelsicherheit kommen, wenn die Agentur völlig frei von Einflüssen durch die Landwirtschaft und die Lebensmittelwirtschaft bleibe." Deshalb die Forderung, dass die ausgegliederte BundesGmbH allein Gesundheitsminister Herbert Haupt unterstellt werde. Wie der Standard berichtete, reklamiert sich auch Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer als gleichberechtigter Mitregent zu Haupt in die Führungsebene. Keine Firmenaufträge Weil die Agentur in ihrem Wirkungskreis finanziell völlig unabhängig bleiben soll, dürfe die neue Agentur auch keine Untersuchungen und Erhebungen im Auftrag der Wirtschaft durchführen. Neben mehr Geld und mehr Personal für neue Aufgaben in der Lebensmittelkontrolle, will die AK vor allem die Aufgaben des ausgegliederten Konstrukts klar definiert wissen. So sollen etwa einheitliche Analyseverfahren und Beurteilungskriterien geschaffen werden müssen.(Monika Bachhofer, DER STANDARD Print-Ausgabe 17.März 2001)