Sarajewo - Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Rahmen ihres planmäßigen Truppenabbaus einen von fünf Stützpunkten in Bosnien geschlossen. Soldaten aus der Basis Camp Dobol rund 20 Kilometer östlich von Tuzla seien in zwei andere Stützpunkte verlegt worden, sagte Major Doug Dankworth am Freitag. Das Camp habe als Depot für Abrams-Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge gedient. Am Donnerstag hatte das Washingtoner Verteidigungsministerium die Reduzierung der US-Truppen im NATO-geführten Kontingent der Bosnienschutztruppe SFOR von derzeit 4400 auf 3500 bekannt gegeben. Auch 16 Apache-Kampfhubschrauber sollen demnach abgezogen werden. Insgesamt verfügt die SFOR derzeit über 20.000 Soldaten. Ein NATO-Vertreter sagte in Brüssel, im Rahmen einer Normalisierung der Situation in Bosnien benötige die Allianz nicht mehr den Umfang der bisherigen personellen und logistischen Unterstützung. Insofern sei der US-Rückzug als "technisch" zu betrachten, da der militärische Druck nicht mehr vorhanden sei. Dennoch leisteten die Vereinigten Staaten weiterhin den wichtigsten Einzelbeitrag zur Unterstützung der SFOR-Truppen. Laut dem US-Fernsehsender CBS will die US-Regierung die Militärpräsenz in Bosnien in den kommenden zwei Jahren um 80 Prozent reduzieren. Statt Soldaten sollen künftig Polizisten dort Streife gehen. Die Armee soll nur noch beim Ausbruch von Kampfhandlungen einspringen. (APA)