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Foto: reuters/oleg popov
Sofia - Der bulgarische Ministerpräsident Iwan Kostow hat Freitag Abend den von der Opposition geforderten Rücktritt seiner Regierung wegen der ausufernden Kriminalität abgelehnt. "Die bulgarischen Wähler werden in 90 bis 100 Tagen bei den Parlamentswahlen den Politikern ihr Misstrauen oder Vertrauen ausdrücken können", sagte Kostow im politischen Wochenmagazin "Panorama" des Staatsfernsehens. Unterdessen blockierten Hunderte Taxis die Hauptstraßen und großen Kreuzungen der Innenstadt von Sofia. Damit protestierten sie gegen die Regierung in Solidarität mit einem Kollegen, dessen dreijähriger Sohn am Freitag entführt, erwürgt und im Teich eines Stadtparks geworfen wurde. Kostow verwies auf die Bemühungen des Innenministeriums, den Mörder "so schnell wie möglich" zu fassen. Spontan hatten im Laufe des Tages mehrere Tausend Bulgaren in Sofia und in den größeren Städten des Landes gegen die wachsende Kriminalität demonstriert. Sie forderten den Rücktritt der ganzen Regierung, vor allem aber von Innenminister Emanuil Jordanow. In Sofia bildeten die Protestierenden eine Menschenkette um das Gebäude des Parlaments, um ihre Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ministerpräsident Kostow sprach mit Vertretern der Demonstranten. Er sagte, der Innenminister werde zurücktreten, falls der Mörder des Kindes bis zum Dienstag nicht ermittelt sein sollte. Seit Jahresbeginn hat es in Bulgarien eine Welle von Morden, Anschlägen und Entführungen von Kindern gegeben. In den vergangenen vier Jahren wurden insgesamt 40 Kinder ermordet und 774 missbraucht und vergewaltigt. Oppositionelle Parlamentarier forderten am Freitag erneut die Wiedereinführung der Todesstrafe bei Mord an Kindern und schwangeren Frauen. (APA/dpa)