Sofia - In Libyen wurde ein Gerichtsprozess gegen sechs bulgarische Mediziner, die angeklagt sind, 393 libysche Kinder absichtlich mit dem HIV-Virus angesteckt zu haben, am Samstag zum zehnten Mal aufgeschoben. Das libysche Volksgericht soll am 28. April wieder über den Fall mit den Bulgaren einberufen werden, meldete der Staatsrundfunk in Sofia. 23 der an Aids erkrankten Kinder in Bengasi sind inzwischen gestorben. Den fünf Krankenschwestern und dem Arzt wird auch vorgeworfen, gegen die "Normen und Traditionen" des Lebens in Libyen verstoßen und außereheliche sexuelle Kontakte unterhalten zu haben. Sollten sie wegen einer Ansteckung der Kinder mit dem HIV-Virus verurteilt werden, droht ihnen die Todesstrafe. Dieses Vergehen wird mit einem "Verrat gegen den libyschen Staat" gleichgesetzt und daher mit der höchsten Strafe geahndet. (APA/dpa)