Kabul - Die Zerstörung der monumentalen Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan ist nach Angaben der herrschenden Taliban-Miliz von rund 400 islamischen Geistlichen beschlossen und angeordnet worden. Die Geistlichen hätten entschieden, dass die Statuen die islamischen Grundsätze verletzten, erklärte der "Informations- und Kulturminister" des international nicht anerkannten Taliban-Regimes, Qadratullah Jamal. "Sobald die Entscheidung getroffen war und die Anweisung ausgegeben wurde, hatten wir keine Wahl, wir mussten ihr folgen", sagte Jamal der Nachrichtenagentur Associated Press in Kabul. Selbst der oberste Taliban-Geistliche, Mullah Muhammad Omar, habe die Kleriker nicht von ihrer Entscheidung abbringen können. Bisher hatte es geheißen, Omar hätte in einer "Fatwa" die Zerstörung angeordnet. Die mehr als 1500 Jahre alten Felsstandbilder im Tal von Bamiyan sind inzwischen nach Augenzeugenberichten vollständig zerstört. Der UNO-Sicherheitsrat hat die Zerstörung der Buddha-Statuen als "unverständlichen und mutwilligen Gewaltakt" gegen das Weltkulturerbe verurteilt. In der UNO ist Afghanistan durch die von den Taliban vertriebene Regierung des Präsidenten Burhanuddin Rabbani vertreten. Der Generaldirektor der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO), Koichiro Matsuura, hat wegen der Zerstörung der Statuen Sanktionen gegen die Taliban-Milizen gefordert. (APA/AP/dpa)