Wien - Eine Signalwirkung für die Finanzmärkte könnte sich nach Meinung der Raiffeisen Zentralbank (RZB) aus den am Montag erfolgten Maßnahmen der japanischen Notenbank ergeben. Dagegen seien für die Realwirtschaft keine kurzfristigen Effekte zu erwarten, meint die Leiterin der Zins- und Währungsanalyse der RZB, Lydia Kranner, in einem Kommentar zum heutigen Beschluss der japanischen Notenbank Bank of Japan (BoJ), den Taggeldzielsatz als geldpolitisches Ziel fallen zu lassen und statt dessen die Geldmenge zu erhöhen. Laut RZB werde der Rentenmarkt von dieser Entscheidung durch die erhöhte Liquidität profitieren, weshalb kurzfristig mit leichten Renditerückgängen bis unter 1,0 Prozent im zehnjährigen Bereich zur rechnen sei. Im weiteren Jahresverlauf sieht die RZB aber wieder höhere Renditen. "Schon erwartet" Am Aktienmarkt sei die Rückkehr zur Nullzinspolitik schon erwartet worden, so die RZB, und das quantitative Element dürfte am Markt positiv bewertet werden. Insofern hält die RZB eine Stabilisierung des Nikkei-Index im Bereich von 12.000 Punkten für wahrscheinlich. Die RZB empfiehlt bis auf weiteres eine Halten-Strategie. Tendenziell negativ wird eine Ausweitung der Geldmenge bzw. eine Nullzinspolitik von der RZB für die Währungsseite gesehen. Kurzfristig dürfte der Abwärtstrend des Yen zunächst seine Fortsetzung finden. Bis Jahresmitte erwartet die RZB den Yen bei 125 Yen/Dollar bzw. 115 Yen/Euro, bis Jahresende aber wieder bei 115 bzw. 109 Yen je Dollar bzw. Euro. (APA)