Pristina/Skopje - Mit Zustimmung der Vereinten Nationen ist nach dem Ende des Kosovo-Krieges 1999 ein internationales Truppenkontingent unter NATO-Führung in das Krisengebiet eingerückt. Während im Kosovo, das völkerrechtlich weiter serbische Provinz und damit Bestandteil der Bundesrepublik Jugoslawien ist, schwer bewaffnete multinationale Truppen der so genannten "Kosovo Force" (KFOR) den Frieden notfalls mit Waffengewalt sichern sollen, ist in Mazedonien nur eine Nachschubtruppe ohne Kampfauftrag stationiert. Das Hauptquartier dieser etwa 4.000 Mann starken Einheit befindet sich in der Hauptstadt Skopje. Ihm unterstehen Soldaten aus 17 Staaten. Ein bedeutender Stützpunkt ist Tetovo, wo bis zu den Angriffen albanischer Freischärler in der vergangenen Woche 1200 deutsche Bundeswehrsoldaten stationiert waren. Das Hauptquartier in Skopje legt nach Bekunden der Militärs größten Wert auf gute Beziehungen zur Regierung Mazedoniens, weil nur so der Auftrag reibungslos erfüllt werden kann. In diesem Sinne wurden zahlreiche gemeinsame Arbeitsgruppen mit dem Gastland gebildet, etwa um den reibungslosen Grenztransit von Hunderten von Fahrzeugen zu gewährleisten. Von wirtschaftlicher Bedeutung für Mazedonien sind Ausgaben in Millionenhöhe, die die KFOR täglich im Land tätigt. Im vergangenen Jahr standen 230 Mazedonier bei der KFOR in Lohn und Brot. Die Touristenhotels am Ohrid-See überleben vor allem dank der Präsenz von Besuchern und Familienangehörigen von KFOR-Angehörigen. (APA/dpa)