Wien - Jeder Versuch, mit den Herren der "Balaton Combo" über die Qualität eines Humors zu reden, der auf der Strapazierung eines fremdländischen Akzents basiert, ist zum Scheitern verurteilt. Denn den drei Darstellern der pseudoungarischen Kommerzkapelle Titus Vadon, Peter Pansky und Erwin Bader ist "Das Balaton Combo" angeblich kein Begriff - und die drei von ihnen verkörperten Bandmitglieder Feri, Laci und Arpad verstehen naturgemäß die Frage nicht. Sie entschuldigen sich höchstens betreten für ihre holprige Aussprache.

Den Wiener Hintermännern begegnet man ohnehin nur, wenn "Das Balaton Combo" weit weg ist: Peter Pansky am häufigsten als Geschäftsführer einer Musik-PR-Agentur, Erwin Bader als Musical-Arrangeur und Titus Vadon - als Einziger des Trios mit authentischen, ungarischen Wurzeln bestückt - als vielerorts begehrten Live- und Studio-Schlagzeuger.

Kommt die Sprache auf ihr vor drei Jahren spaßeshalber gegründetes "Balaton"-Projekt, verwandeln sie sich prompt in drei mit überdimensionalen Schnauzbärten und schwarzen Schneckerl-Perücken behübschten Brüder aus Szekesfehervar. Erste Früchte: die Chart-Platzierungen ihrer ersten CD (mit jeder Menge zwangsmagyarisierter Hits) und ihre mit allerlei Albernheiten, ambitionierten Artistik- und Zaubereinlagen gespickten Konzerte bescherten dem Träsch-Trio heuer eine "Amadeus Award"-Nominierung. Allerdings in der Kategorie "Newcomer/national". Erklärungsnotstand? Nein: "Veranstaltär hat altes Landkarte." Heute Abend mit neuer Show namens Sex mit Menschän: in "typikalisch Balaton Stilusch: wie Flutwällä".
(P. Blau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. 3. 2001)
Vindobona, 20., Wallensteinplatz 6, Karten und Informationen. 332 42 31. Premiere 20.00