Traun - Jene Muslime, die um den Erhalt ihrer Moschee in der Trauner Innenstadt kämpfen, planen für kommenden Freitag eine Demonstration und Gebete unter freiem Himmel. Ihr Sprecher, Günther Ahmed Rusznak, erwartet bis zu fünfhundert Sympathisanten, die dann am "Madlschenterplatz", gleich neben der umstrittenen Moschee, gegen "Ausländerfeindlichkeit" und "für ihre Religion" auftreten werden. Bislang liegt - nach Auskunft der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land - keine Anmeldung für eine Kundgebung vor. Bezirkshauptmann Rudolf Doleschal sieht derzeit grundsätzlich keinen Anlass, die Demonstration zu untersagen. Er will aber auf jeden Fall vorher "mit den Vernünftigen im Verein am Mittwoch oder Donnerstag reden", um sie von ihrem Vorhaben abzubringen und die Situation emotionell nicht eskalieren zu lassen. Bei diesem Gespräch will Doleschal auch Zusagen seitens des Glaubensvereines erreichen, dass der bereits rechtsgültig beschlossene Abbruch der Moschee nicht weiter behindert wird. Neuerlich sollen Standorte diskutiert werden. Trauns Bürgermeister Peter Schlögl (SP) gab dem STANDARD gegenüber bekannt, "informell" den Muslimen bereits ein Ausweichlokal für die Moschee angeboten zu haben. Den genauen Standort wollte er noch nicht nennen. Bereits seit zwei Jahren schwelt der Konflikt zwischen der Trauner Stadtverwaltung und dem islamischen Glaubensverein "Milli Görüs" um das Gebetshaus mit illegal errichteten Zubauten. Derzeit beten die Moslems im benachbarten Vereinslokal. (DerStandard, Print-Ausgabe, 20.3.2001/aw)