Amsterdam - Wissenschaftlern am niederländischen Forschungsinstitut für Mathematik und Computerwissenschaften in Amsterdam (CWI) ist es gelungen, den internationen Sicherheitscode für täglich Millionen von Transaktionen im Internet zu entschlüsseln. Allerdings sei wohl nicht jeder Hacker dazu in der Lage, schränkte Projektleiter Herman te Reile ein. Die Forscher setzten einen Supercomputer vom Typ Cray 900-16, 300 Personalcomputer und eine spezielle Software ein, bis sie in sechs Wochen am Ziel waren. Der entschlüsselte Code ist der RSA-155 Mit ihm werden täglich Millionen E-Mails, Kreditkarten- und Aktientransaktionen im Internet verschlüsselt. Wie te Reile sagte, erhielten die Forscher Unterstützung von Firmen wie Microsoft und Sun Microsystems sowie Experten aus Großbritannien, Kanada und Australien. Angriffe auf diesen Code, der auch von vielen Banken benutzt wird, seien bislang nicht bekannt geworden. Die Möglichkeiten der Hacker würden im Zuge der technischen Entwicklung aber immer größer, erklärte das CWI. Die RSA-Codes, zu denen auch der RSA-155 gehört, wurden in den 70er Jahren von den Forschern Rivest, Shamir und Adleman am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt. Regierungen und Geheimdienste verschlüsseln ihre Informationen mit einem noch stärkeren Code. Für Verbraucher und auch für die meisten Anwendungen sei der RSA-Standard weiter ausreichend, erklärte der Verschlüsselungsexperte Eric Verheul. Sicherheitsmängel bei US-Streitkräften In Washington kritisierte underdessen der Bundesrechnungshof, dass wichtige Computer des US-Verteidigungsministeriums weiter anfällig für Hackerangriffe seien. Wegen Schwächen im Sicherheitssystem könnten wichtige Daten modifiziert, gestohlen oder zerstört werden, kritisiert die Behörde. Auch hätten viele Mitarbeiter Zugang zu Daten, die weit über ihren Zuständigkeitsbereich hinaus gingen. Das Verteidigungsministerium gibt rund eine Milliarde Dollar jährlich für die Sicherheit ihrer Computersysteme aus und hat weitere Mittel beim Kongress beantragt. (AP)