Gegen eine generelle Einschränkung der ORF-Sonderwerbeformen hat sich am Dienstag die International Advertising Association (IAA) in Österreich ausgesprochen. Erich Buxbaum, Präsident des Austrian Chapter der IAA, forderte darüber hinaus in einer Aussendung auch, dass die Werbewirtschaft im zukünftigen ORF-Stiftungsrat sowie im "Weisenrat" vertreten sein sollte. Die IAA begrüße grundsätzlich die Initiative zur Neuordnung der heimischen Medienlandschaft sowie die angekündigte Entparteipolitisierung und Professionalisierung in den ORF-Aufsichtsgremien, hieß es weiter. Bei der Zusammensetzung des Stiftungsrates sei aber "die Wirtschaft und insbesondere die werbetreibende Wirtschaft angemessen zu berücksichtigen". Da der Weisenrat neben dem öffentlich-rechtlichen Auftrag auch die Regelungen für Werbung und Sponsoring ausarbeiten soll, wünscht sich die IAA eine Beteiligung der Werbewirtschaft in diesem Gremium. Auf wenig Gegenliebe bei der IAA stoßen die in der Punktation der Regierung genannten Pläne für Einschränkungen im Bereich der Sonderwerbeformen. Dies hätte "gravierende Auswirkungen für die werbetreibende Wirtschaft Österreichs", so Buxbaum. Product Placement und Themenesponsoring stellten "in zahlreichen Fällen für kleinere und mittelständische Unternehmen die einzige Möglichkeit dar, mit verhältnismäßigen Mitteln Werbepräsenz im TV zu erreichen". Werbeeinschränkungen bei einem reichweitenstarken Medium schaffen darüber hinaus nach Ansicht der IAA "nicht automatisch Finanzierungspotenziale für neue kommerzielle Anbieter", heißt es weiter. "Die Werbewirtschaft entscheidet selbst, wo sie bucht." Ihren Standpunkt habe die IAA bei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), den zuständigen Mitgliedern der Regierung sowie den Mediensprechern der Parteien mitgeteilt und appelliert, diese Argumente bei der Detailausarbeitung zu berücksichtigen, so Buxbaum abschließend. (APA)