Seattle - Der US-Software-Hersteller Microsoft hat am Montag seine Pläne zur Verknüpfung verschiedener Programme und Geräte über das Internet vorgestellt. Mit dem "HailStorm" genannten Projekt will die Firma Funktionen wie Online-Shopping oder Kurzmitteilungen für unterschiedliche Endgeräte wie Personalcomputer, Mobiltelefone oder Taschen-Computer verfügbar werden. "Wir betrachten HailStorm als eine neue Plattform, die Dienste und Anwendungen für den Endnutzer verknüpft", sagte Microsoft-Chef Bill Gates. HailStorm ist die bisher konkreteste Umsetzung der .NET-Strategie, mit der das Unternehmen das Internet in seine Produkte einbeziehen will. Kein einheitliches Computerprogramm Bei HailStorm handelt es sich laut Microsoft nicht um ein einheitliches Computerprogramm, wie etwa das Betriebssystem Windows. HailStorm schließe vielmehr die bereits existierenden Microsoft-Dienste ein, wie etwa den MSN Instant Messenger oder das elektronische Indentifizierungs-Programm Passport. Zu dem Projekt sollten auch eine Kalenderfunktion und ein elektronischer Briefkasten (Inbox) gehören. Ein Nutzer könnte dann ETWA beim Online-Einkauf einen Internet-Buchhändler um eine Mitteilung bitten, wann ein gerade nicht vorrätiges Buch wieder lieferbar ist. Die entsprechende Nachricht würde dann auf sein Mobiltelefon gesendet, von dem aus er das Buch dann auch kaufen könnte. Verabredungen und Adressen sollen zentral verwaltet werden, so dass die Nutzer ihren Terminkalender nicht auf jedem seiner Endgeräte einzeln aktualisieren müssten. Gates sagte, Microsoft wolle zudem Programm-Tools vorstellen, mit denen andere Firmen und Entwickler eigene Dienste aufbauen könnten. Über HailStorm sollen Daten übertragen werden, egal welches Gerät die Kunden nutzten. Dabei könne es sich auch um Produkte von Microsoft-Konkurrenten wie die Mini-Computer der Firma Palm handeln, hieß es. HailStorm sei nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden. Der für die .NET-Dienste zuständige Microsoft-Manager Bob Muglia sagte, HailStorm solle im kommenden Jahr für Konsumenten gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt werden. Microsoft hat angekündigt, mit der Einführung der .NET-Strategie werde die Auslieferung von Computer- Programmen stärker über das World Wide Web abwickelt. (APA/Reuters)