Zürich - Der erste Nikolaus-Harnoncourt-Preis geht an Rosina Christina Moder. Die Österreicherin hat die mit 20.000 Franken (13.026 Euro/179.241 S) dotierte und vom Kanton Zürich gestiftete Auszeichnung für ihre Arbeit als Musikförderin in Jamaika erhalten. Der Preis wurde im Juni 2000 ins Leben gerufen. Der Kanton habe sich überlegt, was er Nikolaus Harnoncourt zu seinem 70.Geburtstag und in Anerkennung von Harnoncourts großen Verdiensten um das Musikleben in Zürich schenken könnte, sagte Regierungsrat Markus Notter bei der Preisverleihung am Dienstag. Inspiriert von Opernhausdirektor Alexander Pereira habe der Regierungsrat den Preis gestiftet, der den Nachwuchs fördern und eine künstlerische oder wissenschaftliche Arbeit auszeichnen will. Die erste Preisträgerin ist zwar nicht eine junge Flötistin am Anfang ihrer Karriere, sondern eine Lehrerin, die junge Talente aufspürt und fördert. Und deshalb verkörpere Moder die Idee des Preises dennoch vortrefflich, hielt Harnoncourt in seiner Laudatio fest. Ihre Blockflötenausbildung erhielt Moder in Graz, an der Schola Cantorum Basiliensis und am Mozarteum Salzburg. Sie unterrichtete in Österreich, Deutschland und in der Schweiz, ehe sie 1985 Europa den Rücken kehrte und nach Jamaika auswanderte. "Als ich in einem Schaufenster an der Freiestrasse in Basel eine Weihnachtsdekoration betrachtete, realisierte ich, dass wir von allem zu viel haben in Europa", erinnert sich Moder an ihr Schlüsselerlebnis. Doch aller Anfang war schwer: "Intellektuelle Hilfe aus Europa wird abgelehnt. Die alten Ressentiment aus der Kolonialzeit bestehen nach wie vor." Weil das musikalische Brachland Reiz genug war, sei sie geblieben. Seither bildet Moder Lehrer aus und fördert in der von ihr gegründeten Musikschule jährlich vier bis sechs junge Talente. 1993 schrieb sie das Flötenlehrbuch "tu tu tu tu" mit karibischen Melodien und Musik aus der ganzen Welt. Mit ihrer Kammermusikgruppe "Musica Xaymaca" konzertiert sie quer durch die Karibik. (APA)