Den Haag - Der serbische Justizminister Vladan Batic hat eine Auslieferung von nicht-jugoslawischen mutmaßlichen Kriegsverbrechern an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag in Aussicht gestellt. Es gebe keinen Grund, Serbien zu einer "Oase für Kriegsverbrecher" zu machen, sagte Batic am Dienstag nach einem Treffen mit Chefanklägerin Carla del Ponte in Den Haag. Deshalb habe die serbische Regierung entsprechende Maßnahmen beschlossen. Auch habe gebe es Hinweise, dass sich weitere Kriegsverbrecher freiwillig dem Gericht stellen wollten. Als Beispiel nannte Batic den früheren Bürgermeister von Bosanski Samac, Blagoje Simic, der sich Mitte März dem Gericht gestellt hatte. Einen Zeitpunkt für mögliche Auslieferungen ließ Batic jedoch offen. Verfahren gegen Milosevic bald "sehr wahrscheinlich" Der serbische Justizminister sagte weiter, gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic gebe es derzeit "intensive Ermittlungen". Der vom Haager Tribunal gesuchte ehemalige Staatschef werde von vielen früheren Vertrauten belastet. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass schon "bald ein Kriminalverfahren" gegen Milosevic beginnen könne. Belgrad verweigert bisher die Auslieferung von Milosevic an Den Haag. Batic und sein jugoslawischer Amtskollege Momcilo Grubac waren am Dienstag zu ersten Gesprächen mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag gekommen. Ziel des Besuchs ist die Herstellung eines Dialogs. Del Ponte fordert von Belgrad die Festnahme und Auslieferung der vor dem Tribunal angeklagten mutmaßlichen jugoslawischen Kriegsverbrecher. Am Mittwoch wollen die Minister auch mit dem Präsidenten des Tribunals, Claude Jorda, zusammentreffen. (APA)