Freiburg - Eine stark kohlenhydratreiche Kost, wie sie unter anderem Sportlern häufig empfohlen wird, ist keineswegs für alle Menschen sinnvoll. Wer sich wenig bewegt, tappe mit einer solchen Ernährung leicht in eine so genannte Kohlenhydrat-Falle, die in Übergewicht und schlechten Blutfettwerten mündet, schreibt die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. Zuviele Kohlenhydrate machen dick Angesichts der großen Menge an raffinierten Kohlenhydraten, die heute verzehrt werden, sei darüber nachzudenken, ob die Empfehlungen der Nährstoffzusammensetzung für die körperlich wenig aktive Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht in eine falsche Richtung gelaufen sei, meinte der deutsche Ernährungsexperte Nicolai Worm auf einer Sportärztetagung in Freiburg. Eine Steigerung der Fettzufuhr, vor allem von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, könnte da zu günstigeren Zuckerstoffwechselwerten führen als ein sehr hoher Anteil an Kohlenhydraten. Obst, Gemüse und Eiweiß Auch was die mögliche Gewichtszunahme betrifft, seien Kohlenhydrate dem Fett nicht immer vorzuziehen. Eine Ernährung mit höherem Fettanteil und gleichzeitig hohem Ballaststoffanteil brachte in Studien den geringsten Gewichtszuwachs, berichtet Worm. Am stärksten sei der Fettzuwachs bei Menschen aufgetreten, die sich hauptsächlich von Kohlenhydraten ernähren und sich kaum bewegen. Menschen, die keinen Sport betreiben, sollten ausreichend Obst und Gemüse, hochwertiges und fettarmes Eiweiß sowie genügend ungesättigte Fettsäuren aufnehmen, schreibt die Fachzeitschrift. Letztere sind zum Beispiel in Oliven- oder Rapsöl enthalten. (hu) (DER STANDARD, Printausgabe, 21.03.2001)