Wien - "In den nächsten fünf Jahren werden wir Ausverkaufsware sein", befürchtet ÖVP-Energiesprecher Karlheinz Kopf im Zusammenhang mit dem bisherigen Nichtzustandekommen einer österreichischen Lösung in der E-Wirtschaft. Das dürfe aber nicht passieren. Vor allem in der Kleinheit gegenüber den internationalen Stromkonzernen sieht der Energiesprecher einen wesentlichen Grund für die Notwendigkeit eines Schulterschlusses in Österreich, meinte Kopf heute, Mittwoch, in Wien am Rande einer Pressekonferenz des Wirtschaftsbundes, dessen Generalsekretär Kopf ist. Auf Grund des Preisdruckes durch billigeren Atomstrom würden sich die heimischen Stromgesellschaften, die in der Wasserkraft langfristig gesehen das wichtigste Asset hätten, in den nächsten Jahren nicht behaupten können. Ein Zusammenschluss der österreichischen Stromaktivitäten wäre für den ÖVP-Energiesprecher deshalb das einzig Vernünftige. Österreichlösung Wenn eine gesamtösterreichische Lösung nicht zu Stande kommt, werde es in Zukunft am heimischen Stromsektor zwei große Blöcke geben, die sich jeweils einen eigenen strategischen Partner dazu nehmen werden, vermutet der ÖVP-Energiesprecher. Den deutschen Energieriesen E.ON, der seit gestern im Gespräch als vermutlicher Verbund-Partner ist, bezeichnete Kopf als "starken Partner". Kopf appellierte noch ein Mal an die Eigentümervertreter und das Management der beiden größten heimischen Kontrahenten EVN und Verbund, die gegenseitige Blockade zu einer gemeinsamen Energielösung aufzuheben. (APA)