Wien - Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein, hält an seinem Vorschlag zur Liberalisierung der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten fest. "Österreich darf nicht länger Schlusslicht in Europa sein", sagte Bartenstein am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. Er werde nach der Wiener Wahl, einen "neuen, letzten Anlauf zu unternehmen", mit dem Koalitionspartner FPÖ eine Lösung für die zuletzt strittige Frage der Aufhebung der Tagesrahmenzeiten von 6 bis 19 Uhr 30 zu erzielen. Sollte dies nicht gelingen, werde er mit seinem Entwurf auch "im Dissens" in Begutachtung gehen. "Ich bin offen für eine Lösung, die eine Differenzierung auf Länderebene ermöglicht", betonte Bartenstein. "Es wird allerdings nicht so sein, dass der Minister zusperrt, und die Landeshauptleute aufsperren", so der Wirtschaftsminister. Die Länder hätten schon jetzt Spielräume die sie zum Teil nicht nützen. Er sei weiter kompromissbereit. Ausweitung der maximalen Öffnungszeiten "Im Regierungsübereinkommen steht "Liberalisierung bei Ausweitung von 66 auf 72 Stunden und nicht nur die Ausweitung der maximalen Öffnungszeiten", präzisierte Bartenstein, warum er weiter daran festhalte, künftig nur die Schließung der Geschäfte von Samstag 17 Uhr bis Sonntag 24 Uhr festzuschreiben und alles weitere den Kaufleuten selbst zu überlassen. "Wir müssen wegkommen von der sinnlosen Tagesrahmenöffnungszeit", betonte Bartenstein. Es gehe nicht darum, Tag und Nacht offen zu halten, denn dann wäre ein Geschäft mit den 72 Stunden bereits am Mittwoch fertig", so der Wirtschaftsminister weiter. Die Liberalisierung sei ein "Asset der Kleinen" und biete ihnen die Möglichkeiten Nischen zu besetzen und so besser im Wettbewerb zu bestehen. In den vergangenen Wochen habe er unter anderem einen Meinungswandel bei den Wiener Innenstadt-Kaufleuten in Sachen Öffnungszeiten bemerkt. Nach der ursprünglich ablehnenden Haltung habe er nun eine Brief erhalten, in dem sich diese für eine Liberalisierung aussprechen. Auch durch die angekündigte Unterschriftenaktion ("die aber nicht gleich ein Volksbegehren ist") des BML-Konzerns habe "neue Dynamik" in die Diskussion gebracht. Die vom Billa-Konzern geforderte Ausweitung der maximalen Wochenöffnungzeit auf 78 Stunden werde es nicht geben. (APA)