Wien - Infrastrukturelle Defizite in den Wiener Bezirken jenseits der Donau wollen Hans-Jörg Schimanek und Martin Graf, FP-Spitzenkandidaten für die Bezirksvertretungswahl am 25. März in Floridsdorf und Donaustadt, möglichst rasch beseitigen. Zusammen mit dem FP-Planungssprecher Stadtrat Walter Prinz betonten sie heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz, sie hätten es satt, dass ihre beiden Bezirke "weiterhin als Stiefkinder der Wiener Stadtplanung behandelt werden". Die "Bürgermeister" des 21. und 22. Bezirks müssten sich "auf die Hinterfüße stellen und nicht weiterhin Erfüllungsgehilfen des Rathauses" sein, so Schimanek, der in Floridsdorf Bezirksvorsteher werden will: "Wir wollen eine Macht sein. Wenn der Bezirk Vorschläge macht, soll der Beamte habtacht stehen." "Masterplan" gegen "jahrelangen Müßiggang" Dem "jahrelangen Müßiggang" der SP-Bezirksvorsteher in Floridsdorf und Donaustadt wollen Schimanek und Graf durch einen "Masterplan" begegnen, durch den ein weiterer Ausbau der U-Bahn, die Verbesserung des Straßennetzes, eine Infrastrukturverbesserung für große Wohnsiedlungen und die Erweiterung des Gehsteig- und Kanalnetzes erreicht werden soll. Als weitere Probleme in Transdanubien nannten die beiden die Vernachlässigung der alten Ortskerne in Strebersdorf, Aspern oder Hirschstetten und die Belastung durch die Mülldeponien in den Bezirken. Das öffentliche Verkehrsangebot wollen die FP-Kandidaten durch Verlängerungen und Neubauten von U-Bahn-Linien erreichen. Als sein Lieblingsprojekt bezeichnete Schimanek eine neue Linie namens U7: Es soll sich dabei um eine Transversale der beiden Bezirke handeln, die in Zukunft das Industriezentrum Strebersdorf mit Floridsdorf, Kagran und Essling verbinden soll. Stadtrat Prinz forderte einmal mehr auch die Einrichtung eines Schienenverbundsystems, bei dem Mehrsystemfahrzeuge bestehende Strecken von U-Bahn und Straßenbahn nutzen können. "Geplante Schule köchelt vor sich hin" Bodenspekulationen in Entwicklungsgebieten will Graf mit einer so genannten "Flächenwidmungsabgabe" entgegen wirken. Dabei soll bei Bauklassenerhöhungen ein adäquater Anteil der Wertsteigerung des Grundstücks an die öffentliche Hand abgeführt werden, im Gegenzug soll es bei Rückwidmungen zu Rückzahlungen kommen. Geringfügige Flächenwidmungen, etwa bei privaten "Häuselbauern", will Graf davon ausnehmen. Schimanek und Graf kritisierten, dass auch im Schulbereich für ihre beiden Bezirke wenig geschehe. Bei Kindertagesheimen und Schulen gebe es seit Jahren einen Sanierungsbedarf in der Höhe von 500 Mill. S (36,3 Mill. Euro). Im Bereich der AHS-Unterstufe fehlen in Floridsdorf laut Schimanek rund 150 Plätze: "Trotzdem köchelt die geplante Schule in der Gerasdorferstraße nur langsam vor sich hin." (APA)