Luxemburg/Brüssel - Österreich hinkt bei den Indikatoren für Forschungsausgaben und Beschäftigung in Hochtechnologiebranchen im EU-Vergleich nach, zeigt ein Vergleich von Eurostat (EU-Amt für Statistik), der am Mittwoch im Vorfeld des EU-Gipfels von Stockholm veröffentlicht wurde. Bei hoch qualifizierten Beschäftigten in Wissenschaft und Technologie ist Österreich mit einem Anteil von 6,6 Prozent überhaupt Schlusslicht der EU. Die Statistiker errechneten den Anteil der Erwerbspersonen, die eine Universität abgeschlossen haben und einen wissenschaftlich-technischen Beruf ausüben. Im EU-Schnitt sind 13 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen in solchen Berufen tätig. Spitzenreiter sind Schweden (insgesamt 20,9 Prozent) und Belgien (19,5 Prozent). EU-weit waren 1999 23 Millionen Erwerbstätige dieser Kategorie zuzuordnen. Auch bei der Beschäftigung in Hochtechnologiebranchen und wissensintensiven Dienstleistungen liegt Österreich unter dem EU-Schnitt. Diese Branchen wuchsen in den letzten Jahren deutlich schneller als der Arbeitsmarkt insgesamt. In Österreich entfielen 32 Prozent der Arbeitsplätze des verarbeitenden Gewerbes auf Hochtechnologiebranchen, während es im EU-Schnitt 38 Prozent waren. Spitzenreiter sind Deutschland (46 Prozent) und Schweden (44 Prozent). Geringe F&E-Ausgaben Ein ähnliches Bild ergibt sich beim klassischen Indikator der Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Diese machten laut Eurostat 1998 in Österreich 1,80 Prozent des BIP aus, knapp unter dem EU-Schnitt von 1,86 Prozent. Allerdings hat Österreich seit 1985 seine Ausgaben von damals 1,26 Prozent des BIP gesteigert, während EU-weit der Anteil von damals 1,97 Prozent gefallen ist. Eurostat weist darauf hin, dass die EU wesentlich weniger als die USA (2,58 Prozent) und Japan (3,03 Prozent) für Forschung ausgebe. In absoluten Beträgen seien in der Union 1998 141 Mrd. Euro (1.940 Mrd. S) in Forschung und Entwicklung geflossen, in den USA hingegen 202 Mrd. Euro und in Japan 102 Mrd. Euro. Auch falle auf, dass in Japan und den USA rund 75 Prozent der Forschungsausgaben auf die Wirtschaft entfallen, während es in der EU nur 64 Prozent sind. Die EU-Statistiker haben diesen Vergleich jetzt erstellt, weil die Union sich das politische Ziel gesetzt hat, zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum" der Welt zu werden. Die Fortschritte am Weg zu diesem Ziel sollen am Freitag und Samstag in Stockholm überprüft werden. (APA)