Wien - Betriebe, die einen Mangel an Arbeitskräften verzeichnen, machen kaum mehr einen Unterschied zwischen Arbeitskräften aus EU-Ländern, Nicht-EU-Ländern oder aus dem Inland. Drei Viertel von 500 vom Marktforschungsinstitut Fessel-GfK repräsentativ befragte Betriebe würden auch Arbeitskräfte aus EU-Ländern, zwei Drittel auch aus Nicht-EU-Ländern beschäftigen. Bei den derzeit suchenden Betrieben steigt dieser Prozentsatz sogar auf 81 bzw. 71 Prozent, sagte Fessel-GfK-Marktforscher Peter Ulram am Mittwoch in Wien anlässlich der Präsentation der Umfrage. Der Mangel an Arbeitskräften in Österreich ist laut der aktuellen Fessel-GfK-Umfrage nicht auf einzelne Qualifikationsbereiche beschränkt, sondern betrifft Facharbeiter oder leitende Mitarbeiter genau so wie Lehrlinge, Büropersonal und Hilfsarbeiter. 25 Prozent aller vom Marktforschungsinstitut im Auftrag des Wirtschaftsbundes befragten Betriebe haben derzeit einen Bedarf an Mitarbeitern, 36 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Arbeitskräfteknappheit So erfreulich die Entwicklung in Richtung Vollbeschäftigung sei, ergeben sich nun "Probleme der anderen Art", sagte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Nicht Arbeitslosigkeit, sondern Arbeitskräfteknappheit heiße der neue Trend. Das Dramatische an der Situation sei, dass die Krise am Arbeitsmarkt durch die demographische Entwicklung verschärft werde. Momentan werden etwa zwar noch mehr Geburten als Sterbefälle verzeichnet, das Blatt werde sich aber laut Statistik Austria ab dem Jahr 2003 wenden, so Kopf. Der Bedarf an Mitarbeitern ist laut Umfrage in mittleren und größeren Unternehmen und in Wien und Westösterreich überdurchschnittlich hoch. Der größte Bedarf mit 53 Prozent besteht nach Facharbeitern. Bedarf an Bürokräften besteht zu 33 Prozent, nach Lehrlingen zu 30 Prozent, nach Hilfsarbeitern zu 29 Prozent, nach leitenden Mitarbeitern zu 22 Prozent und nach EDV-Spezialisten zu 22 Prozent. Die Tätigkeit des Arbeitsmarktservice (AMS) wird von den befragten Betrieben zu 19 Prozent mit nicht ausreichend kooperativ kritisiert. 44 Prozent bescheinigen dem AMS Engagement, doch gebe es keine Bewerber. Nur 17 Prozent meinen, das AMS engagiere sich und es gebe auch genügend Bewerber. (APA)