Linz/Prag - Scharfe Kritik an der tschechischen Atomaufsichtsbehörde SUJB hat der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V) geübt. Die SUJB beziehungsweise deren Chefin Dana Drabova würden die Zusage für ein Expertengespräch zu wichtigen sicherheitstechnischen Fragen des AKW Temelin nicht einhalten. Pühringer sprach in einer Aussendung vom Mittwoch von einem "schweren Vertrauensbruch". Pühringer hatte ein Expertengespräch vorgeschlagen, zur "größtmöglichen Transparenz" sollten daran auch Vertreter der Anti- Atom-Bewegungen und der Medien teilnehmen können. Drabova habe ihm, Pühringer, ein solches Gespräch für Anfang März schriftlich zugesagt und um Bekanntgabe eines Koordinators ersucht. Als solcher wurde der oberösterreichische Landesbeauftragte für grenznahe Atomkraftwerke, Radko Pavlovec, nominiert. Dies sei der SUJB auch mitgeteilt worden. Pühringer: "Von SUJB erfolgte vor dem angekündigten Termin Anfang März keine Kontaktaufnahme, auch nach Urgenzen steht eine Reaktion der Behörde bis heute aus". Hierin sieht Pühringer den "schweren Vertrauensbruch" und er erklärte in der Aussendung im Hinblick auf die Entscheidungen der SUJB im Fall Temelin weiter: "Die Behörde ist bereits wegen der Duldung des Testbetriebs ohne Lösung der Turbinenprobleme unter internationale Kritik geraten. Die jüngste Weigerung, offene Fragen der nuklearen Sicherheit im Interesse der betroffenen Bevölkerung zu erörtern, erschüttert zusätzlich die Glaubwürdigkeit der Behörde". (APA)