Jerusalem/Nablus - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat sich am Mittwoch gegen die Stationierung von UNO-Friedenstruppen in den palästinensischen Gebieten ausgesprochen. Vor einer Untersuchungs-Kommission für die Ursachen des israelisch-palästinensischen Konflikts sagte Peres, die Truppen würden nur für zusätzliche Irritationen sorgen. Der stellvertretende Außenminister Michael Melchior klagte vor der UNO-Menschenrechtskommission in Genf über das religiöse Aufheizen des Konflikts durch Palästinenser. Peres sagte vor der Kommission, die Stationierung von Friedenstruppen wäre zudem uneffektiv. Er würde stattdessen Geld investieren, um die wirtschaftliche Situation in den palästinensischen Gebieten zu verbessern. Die Palästinenser hatten die Vereinten Nationen um die Entsendung von Friedenstruppen zum Schutz von Zivilisten gebeten. Der Vorsitzende der Untersuchungskommission, der ehemalige US-Senator George Mitchell zeigte sich erfreut über die gute Zusammenarbeit. Die israelischen Behörden hätten vollständig, offen und frei auf die Fragen geantwortet. Die Abordnung traf außerdem Angehörige von Israelis, die bei Attentaten und Schießereien während der seit sechs Monaten andauernden Unruhen getötet oder verletzt worden waren. Am späten Mittwoch wollte die Kommission in den Gazastreifen reisen. Melchior trug der UNO-Menschenrechtskommission in Genf eine Beschwerde seines Landes vor, in der die zunehmende religiöse Stilisierung des Konfliktes von Seiten einiger Palästinenser beklagt wird. Es sei eine extrem gefährliche Strategie, die Menschen in Schulen, Medien und manchmal sogar in den Moscheen aufzustacheln und Hass unter ihnen zu verbreiten, sagte Melchior. Israel fühle sich nach wie vor dem Frieden verpflichtet. Dazu sei es notwendig, auf beiden Seiten schmerzliche Kompromisse zu ziehen. Die israelische Polizei verhaftete vier Mitglieder der militanten Organisation Hamas, die am Dienstagabend bei einer Explosion in einem mutmaßlichen Bombenlabor verletzt worden waren. Durch den Einsturz der Wände des Hauses wurden vier weitere Personen verletzt, darunter auch die beiden Nichten eines Verdächtigen im Alter von vier Jahren und einem Monat. (APA/AP)