Quito - In der ecuadorianischen Hauptstadt Quito haben rund 400 Insassen einer Haftanstalt am Mittwoch rund 120 Personen als Geiseln genommen. Das Rote Kreuz teilte mit, bei den Geiseln handle es sich zumeist um Personen, die zum Verwandtenbesuch ins Garcia Morena-Gefängnis gekommen waren. Die Häftlinge hätten die Eingänge mit in Brand gesetzten Matratzen und Müll verbarrikadiert. Sie verlangten zur Freilassung der Geiseln von der Regierung die beschleunigte Verabschiedung eines Gesetzes zur Verkürzung der Haftzeiten. Der Entwurf wird derzeit im Kongress des Landes beraten. Die Häftlinge hätten die Haftanstalt unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes, das sich als Vermittler in den Konflikt eingeschaltet hat. Sie verlangten, dass ihre Rechte respektiert würden. In den zumeist hoffnungslos überfüllten Haftanstalten Südamerikas kommt es immer wieder zu Häftlingsrevolten und Geiselnahmen. Viele Gefangene warten in den Anstalten oft jahrelang auf ihren Prozess. (APA/Reuters)