Moskau - Die Versenkung des russischen Weltraumkolosses Mir im Meer ist die billigste, vermutlich sicherste und zugleich technisch einfachste Lösung der Entsorgung. Ursprüngliche Pläne, die 137 Tonnen schwere Orbitalstation in eine höhere Umlaufbahn zu hieven und dort auf unbestimmte Zeit zu belassen, erwiesen sich als undurchführbar. Für eine entsprechende Aktion hätten Unmengen von Treibstoff zur Mir gebracht werden müssen. Erst in einer Umlaufbahn von etwa 35.000 Kilometern Höhe ist nach Expertenangaben die Erdanziehungskraft so gering, dass dort stationierte Satelliten auch in einer Million Jahre nicht auf die Erde stürzen würden. Im Vergleich zur Mir sind die Satelliten jedoch Leichtgewichte. Die normale "Arbeitshöhe" der Mir betrug zuletzt etwa 400 Kilometer. Um die Station in entsprechende Höhen zu schleppen, wäre ein enormer Aufwand nötig gewesen. Der Start eines Progress- Raumtransporters kostet bis zu zwölf Millionen Dollar (13,35 Mill. Euro/184 Mill. S). Für ein Anheben der Mir wären mindestens drei mit Treibstoff betankte Progress-Kapseln nötig gewesen, erläuterte die russische Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda". Schon einmal hatten die Russen versucht, eine Vorgängerstation der Mir in höhere Umlaufbahnen zu bugsieren. Die Aktion misslang spektakulär: Vor zehn Jahren verlor die Bodenstation den Kontakt zur Saljut 7, die unkontrolliert über den argentinischen Anden zur Erde stürzte. Verletzt wurde zum Glück niemand. (APA/dpa)