Wien - "Tuberkulose ist heilbar - aber nur, wenn sie früh genug erkannt und konsequent behandelt wird", erklärte jetzt Dr. Kunrad Wolf, OA an der 1. Internen Lungenabteilung des Pulmologischen Zentrums in Wien und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Tuberkulose der österreichischen Fachgesellschaft für Lungenerkrankungen aus Anlass des Welt-Tuberkulose-Tages am Samstag (24. März). Der Experte warnte jedoch in einer Aussendung: "Es erfordert entsprechende Anstrengungen des Gesundheitssystems, um die Risikogruppen tatsächlich zu erreichen und ein Wiederaufleben der Seuche zu verhindern. Berichte über Tuberkulosefälle in Österreich haben erst vor kurzer Zeit die Öffentlichkeit alarmiert, tatsächlich jedoch geht die Zahl der gemeldeten Fälle in unserem Land jedes Jahr zurück." Weltweit stelle sich die Situation allerdings anders dar: Pro Jahr erkranken bereits mehr als acht Millionen Menschen an Tbc, die Zahl der Todesfälle beträgt rund zwei Millionen. Gefährdete Personengruppen sind, so der Experte, ältere Menschen, die vor der Einführung einer wirksamen Therapie infiziert wurden (bis etwa 1950) oder bereits erkrankt waren, soziale Randgruppen in großen Städten, Personen, die in den vergangenen Jahren aus einem Land mit hoher Tbc-Durchseuchungsrate zugewandert sind sowie bereits infizierte Menschen, die durch schwere Krankheit oder bestimmte Behandlungsformen in ihrer Immunität geschwächt sind (wie etwa Tumorpatienten oder HIV-Infizierte). Die Tuberkulose-Situation ist aber in jedem Land auch ein Abbild des Sozial- und Gesundheitssystems. Wolf: "Um diese Risikogruppen untersuchen, neue Infektionen verhindern bzw. Tbc-Erkrankungen entsprechend therapieren zu können, benötigen wir ein ausreichend dotiertes und gut funktionierendes Gesundheitssystem." Dies wäre neben modernsten Verfahren die Voraussetzung dafür, um zielgerichtet und kosteneffizient eingreifen zu können. (APA)