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Foto: REUTERS/Viktor Korotayev
Stockholm - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Gelegenheit eines öffentlichen Auftritts beim EU-Sondergipfel in Stockholm genutzt, um vehement Kritik an der Haltung Russlands im Tschetschenien-Konflikt zurückzuweisen. Die Situation in Mazedonien erinnere an die Entwicklungen in Tschetschenien, sagte Putin bei einer internationalen Pressekonferenz am Freitag nach einem Arbeitsessen mit den fünfzehn EU-Chefs in Stockholm. In beiden Fällen seien Nationalisten und Terroristen am Werk, um das Land und Nachbarstaaten zu destabilisieren. "Nichts wurde getan, um die Terroristen in Mazedonien zu entwaffnen", warf Putin der NATO indirekt vor. Ohne den Einmarsch der russischen Truppen wäre die Lage in Tschetschenien heute noch schlimmer, verteidigte Putin seine Politik. Ziel der militärischen Intervention sei gewesen, die terroristischen Widerstandsnester zu zerstören und die Terroristen zu entwaffnen. Auch die Mazedonien-Krise könne Europa erschüttern, wenn die Entwicklungen nicht gestoppt würden. "Entscheiden Sie selber, ob Russland richtig gehandelt hat", rief Putin in den Saal. Ein Teil der russischen Truppen werde bereits abgezogen. Es müsse aber eine ausreichende Truppenanzahl zurück gelassen werden, um für die Sicherheit in Tschetschenien zu sorgen. Sämtliche wichtigen internationalen NGO's (Non Governmental Organisations) seien bereits in Tschetschenien tätig. Als wichtigste Aufgabe sehe Russland die Rückkehr der Flüchtlinge an ihre ständigen Wohnsitze an. Der wirtschaftliche Wiederaufbau müsse vorangetrieben werden. Die Arbeitslosigkeit sei "katastrophal." Russland sei "offen für eine Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft". (APA)