Stockholm - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach am Freitagabend beim Abendessen im Kreise der Staats- und Regierungschefs die Frage der Freizügigkeit an. Er forderte eine Übergangsfrist von sieben Jahren vor Öffnung des Arbeitsmarktes nach Beitritt der osteuropäischen Kandidatenländer. Österreichs Regierungschef Wolfgang Schüssel schloss sich dem deutschen Vorstoß an. Zuvor war aus Berliner Regierungskreisen kritisch angemerkt worden, dass Österreich - trotz Kontaktaufnahme - nie offiziell dazu Stellung genommen habe. In Wien hatte Schüssel jedoch von einer "mit Schröder beschlossenen gemeinsamen Position" gesprochen.

Von deutscher Seite wurde der informelle Vorschlag der Kommission als Kompromiss bezeichnet, Übergangsfristen von fünf Jahren zu vereinbaren, aber jedes Land könne weitere zwei Jahre mit der Arbeitsmarktöffnung warten. In österreichischen Delegationskreisen hieß es, wenn unter dem Strich sieben Jahre herauskämen, wäre das Ziel erreicht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe 24./25.3.2001))