Apple Computer Österreich hat Samstag Nacht, Punkt 0.00 Uhr die ersten Exemplare seines neuen Betriebssystems Mac OS X zum Verkauf angeboten. Im Rahmen einer Galaverananstaltung in der Orangerie von Schloss Schönbrunn präsentierte bereits einige Stunden vorher Walter Scheuch, Geschäftsführer von Apple in Österreich die Vorzüge von Mac OS X, das auf "Darwin", einem Open Source-Unix-Fundament aufbaut. Das neue Betrriebssystem wird ab sofort in sieben Sprachversionen auf einer CD zum Preis von 2.290 Schilling (329 Mark/249 CHF) in den Apple-Onlinestores und im Fachhandel erhältlich. Zum Lieferumfang gehören zusätzlich zu Mac OS X jweils eine CD mit Mac OS 9.1 und eine mit Mac OS X Developer Tools. Neue Benutzeroberfläche Das neue System bietet"preemptives Multitasking und - auf Power Mac G4 Dualprozessor-Systemen - symmetrisches Multimultiprozessing", verspricht Apple. Es umfasse die "Quartz-2D-Grafikengine, "die auf dem Internet-Standard PDF basiert". Zudem gebe es "umfassende Fotunterstützung, OpenGL für 3D-Grafik und -Spiele sowie Quicktime für Streaming Audio und Video.". Zudem "besticht" neben der neuen Benutzeroberfäche "Aqua" das "Dock", das zentrale Organisationsprogramm von Dokumenten und Programmen. Anregungen und Wünsche von etwa 100.000 Testern der beta-Version seien sehr ernstgenommen worden und auch vielfach in das neue System eingearbeitet worden, so Apple. Kostenlose Downloads sind schon erhältlich Zeitgleich mit dem Erscheinen des Systems wurde der kostenlose Download neuer Software für Mac OS X auf den Onlineseiten von Apple freigegeben. So stehen laut dem Computerhersteller bereits spezielle OS X-Versionen von iMovie 2, iTunes sowie eine Preview-Version von AppleWorks 6.1 bereit. Auch arbeiteten derzeit 10.000 Entwickler an Lösungen für das neue Betriebsssystem, darunter 4D, Aladdin Systems, Alias/Wavefront, Avid, Connectix, Dantz, Digidesign, EarthLInk, Filemaker, IBM, Macromedia, Microsoft, Myob, Palm, Sun, Symantec und Thursby Software Systems. Bereits jetzt stünden 350 Anwendungsprogramme für das neue System zur Verfügung, so Apple. Mac OS X benötigt mindestens 128 MB Arbeitsspeicher und ist für iMac, iBook, Power Macintoshs G3 und G4, für den Cube und für PowerBooks entwickelt worden, die nach dem Mai 1998 eingeführt wurden. Kritik von Userseiten Kritik am neuen Betriebssystem gibt es indes von der deutschen Mac-Userseite macgadget "MacOS X 10.0 ist unserer Meinung nach kein fertiges Produkt, sondern allenfalls eine gute zweite Betaversion", wird kritisiert. "Zwar bietet Mac OS X 10.0 gegenüber der im September erschienenen Betafassung enorme Verbesserungen, trotzdem besitzt das Betriebssystem noch erhebliche Mängel." So arbeite das System erst ab 256 MB RAM einigermaßen stabil, zudem langsamer als Mac OS 9 und sei noch nicht mit wichtigen Grafikkarten und externen Laufwerken kompatibel. Daher rät macgadget, seinen lesern mit dem Kauf der Software bie zum Sommer zu warten, da bis dahin die verbeserte und auch beschleunigte Version 10.1 zu erwarten sein dürfte.(pte)