Washington/London- NASA-Forscher berichten, dass sie einen 18 Kilometer langen Riß in der antarktischen Eisdecke entdeckt haben. Wissenschaftler befürchten nun, dass innerhalb der kommenden 18 Monaten ein gewaltiger Eisberg vom Gletscher brechen wird. Der Riss der Eisdecke verläuft durch mehr als zwei Drittel des Pine Island-Gletschers und wurde erstmals im vergangenen Jahr bemerkt. Der NASA-Gletscherforscher Robert Bindschadler hat mit Satelliten-Aufnahmen den Riss in den vergangenen Tagen genau untersucht. "Der größte Teil des Risses entstand innerhalb kürzester Zeit, in weniger als fünf Wochen", so der Experte. Im Moment wächst der Riss etwas langsamer. Täglich wächst der Spalt um 12 Meter. Erst vergangenen Monat berichtete das Wissenschaftsmagazin Nature über das Abnehmen zahlreicher Tierarten in der Antarktis. Das Tauwetter dezimiere die Vermehrung des Grundnahrungsmittels vieler antarktischer Lebewesen. Antarktischer Krill, kleine Shrimps, finden weniger Algen zwischen den schmelzenden Eisschollen. Krill dient aber vielen großen Lebewesen der Antarktis als Nahrungsmittel, darunter Pinguinen, Seehunden und Bartenwalen, das berichtete die British Antarctic Survey (BAS). "Schon in den 80er-Jahren war die Nachfrage nach Krill unter den Lebewesen größer als das Angebot. Zwar sind noch keine Tiere verhungert, aber der natürliche Puffer im System ist weg", so Keith Reid vom BAS. Die Forscher wollen nachweisen, dass das Problem in Relation mit dem Schmelzen der Polkappen und der globalen Erwärmung steht. (pte)