Köln/Trier/Mainz/Paris/Porto - Beim Hochwasser am Rhein hat sich für Sonntagnachmittag Entspannung abgezeichnet. Nach Angaben des Hochwassermeldezentrums in Köln vom frühen Sonntagmorgen wird der Rhein dort nach Erreichen der Höchstmarke am Mittag von 9,35 bis 9,40 Metern deutlich fallen. Diese Prognose gelte aber nur dann, wenn es nicht wieder stark zu regnen anfangen werde, hieß einschränkend weiter. In der Nacht stieg der Rhein dort nur noch um etwa einen Zentimeter stündlich. Die Hochwassermeldezentrale in Mainz rechnet in der Nacht von Sonntag auf Montag mit steigendem Rheinwasser, hieß es dort am frühen Sonntagmorgen. Die Pegelstände am Oberrhein seien in der Nacht zum Sonntag leicht fallend, am Mittelrhein kämen stündlich etwa ein Zentimeter hinzu. Am Unterrhein wachse der Fluss pro Stunde immerhin noch um rund zwei Zentimeter, hieß es dort weiter. Vielerorts Straßen standen unter Wasser, Koblenz war teilweise überflutet. Schiffe durften in weiten Flussabschnitten nicht verkehren. Im rheinland-pfälzischen Cochem und im baden-württembergischen Wertheim am Main herrschte teilweise Land unter. Die Bürger in Koblenz bewegten sich auf einem Stege-System und per Pendelverkehr auf Booten über ihre teilweise überfluteten Straßen. Neue Überschwemmungen in Frankreich Im Westen und Norden Frankreichs ist das Hochwasser nach starken Regenfällen am Sonntag wieder gestiegen. Während sich die Lage im Osten des Landes am Samstag entspannt hatte, erhöhten sich die Pegel der Flüsse nach Behördenangaben im westfranzösischen Departement Ille-et-Vilaine und im nördlichen Eure immer weiter. Dort wurde die Leiche eines 67-jährigen Mannes gefunden, den der über die Ufer getretene Fluss Avre bereits am Freitag mitgerissen hatte. In der Gegend um Rennes in Ille-et-Vilain, die stets von Hochwasser bedroht ist, wurden 300 Häuser überflutet oder vom Wasser eingekesselt. Mehr als 150 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr war seit Samstagmorgen 200 Mal im Einsatz. 37 Straßen waren gesperrt. In der kleinen Stadt Chateaubourg östlich von Rennes stieg der Pegel der Vilaine um 10 Zentimeter in der Stunde. Auch in Evreux im Departement Eure evakuierte die Feuerwehr viele Häuser, weil der Fluss Iton, der durch die Stadt fließt, immer weiter über die Ufer stieg. 60 Kinder wurden aus einer Tagesstätte geholt und in ein höher gelegenes Stadtgebiet gebracht. Hotelzimmer wurden denjenigen zur Verfügung gestellt, die vor den Fluten aus ihren Wohnungen fliehen mussten. Sorgen bereitete auch eine 20.000- Volt-Stromleitung, die vom Hochwasser bedroht war. Die Schifffahrt ruhte auf dem Rhein bei Baden-Baden sowie zwischen Mannheim und Köln, auf dem unteren Main, auf der Donau ab Regensburg und auf dem Neckar. Bei neuem Regen in Süddeutschland dürften die Pegel bis Sonntag weiter ansteigen. Die Donau floss in Richtung Ulm noch träge und voll dahin, berichtete der Leiter der Karlsruher Hochwasser-Vorhersage-Zentrale, Peter Homagh. An den Unterläufen der bayerischen Flüsse rechneten die Beobachter weiter mit steigenden Pegelständen. Meteorologen sagten erst für die kommenden Tage eine Entspannung voraus. Zum Wochenstart werde der Regen aufhören, berichtete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Auch im Norden Portugals hat sich die Situation entspannt. Die Pegel der Flüsse Minho und Lima sanken fast auf ihren Normalstand. Die schwersten Regenfälle seit 100 Jahren hatten ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Drei Menschen waren getötet worden. (APA/dpa)