Innsbruck - Mit einer überwiegenden Mehrheit von 82 Prozent haben die Tiroler Mitglieder des österreichischen Bergrettungsdienstes auf der Landesversammlung am Freitagabend in Innsbruck die Aufnahme von Frauen beschlossen. Stimmberechtigt waren 110 Bergrettungsmänner von den jeweiligen Orts- und Bezirksstellen sowie der Landesgeschäftsstelle. Rund 92 Prozent, also 101 Delegierte, waren bei der Abstimmung anwesend. 83 haben für eine Aufnahme von Frauen gestimmt, 18 dagegen. Es gab keine Stimmenthaltungen. Für ein positives Ergebnis war eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 67 Stimmen notwendig. Nach der Wahl betonte Landesleiter Bernhard Anker, dass er "dafür sorgen wird, dass alles getan wird, um Frauen aufzunehmen". Sein Stellvertreter Norbert Wolf betonte, dass in der Landesversammlung ein "Meilenstein in puncto Bergrettung" gesetzt wurde. "Wir haben Sachen geändert, die längst geändert hätten werden müssen." Die Tiroler Frauen interessierten sich schon im Vorfeld der Landesversammlung für die Bergrettung. Nach Angaben der Landesgeschäftsstelle gebe es drei Anfragen aus Osttirol, aus dem Großraum Mieming und dem Bezirk Innsbruck-Land. Mit dem heutigen Beschluss der Landesleitung Tirol können Frauen jetzt österreichweit in allen Bundesländern zur Bergrettung gehen. Noch 1997 wurde der Antrag in Tirol mit 44 Prozent der Stimmen abgelehnt, damals brauchte man aber statt einer Zwei-Drittel-Mehrheit noch drei Viertel der Stimmen. (APA)