Istanbul - Die türkische Polizei hat drei Männer festgenommen, die zwei gestohlene Gemälde von Pablo Picasso an verdeckte Ermittler verkaufen wollten. Die amtliche Nachrichtenagentur Anatolia berichtete unter Berufung auf die Polizei, der Neffe und der Fahrer des unabhängigen Abgeordneten Mustafa Bayram seien am Samstag in Gewahrsam genommen worden. Dem Neffen werde vorgeworfen, er habe dem Verkauf der zwei Bilder für je 1,5 Millionen Dollar (1,68 Millionen Euro/23,1 Millionen Schilling) zugestimmt. Anadolu Ajansi und die Tageszeitung "Milliyet" berichteten, die Polizei habe versucht, auch Bayram festzunehmen. Dieser habe in seinem Auto vor dem Haus in Istanbul gesessen, in dem sein Neffen den Verkauf mit den verdeckten Ermittlern ausgehandelt habe. Bayram wies sich jedoch nach dem Bericht von Anadolu als Mitglied des Parlaments aus; Abgeordnete genießen in der Türkei Immunität vor Strafverfolgung. Bayrams Fahrer und eine weitere Person in dem Auto wurden festgenommen. Im vergangenen Jahr wurden in der Türkei sechs Bilder von Picasso beschlagnahmt. Sie wurden offenbar während des Golfkriegs 1991 aus Kuwait gestohlen und aus Irak eingeschmuggelt. Die am Samstag aufgetauchten Gemälde stammten offenbar aus einer Galerie in Paris, wie Anadolu berichtete. Sie zeigten einen Clown und eine nackte Frau. Die Polizei wollte die Bilder am Montag Experten vorlegen, um ihre Echtheit zu bestätigen. (APA/AP)